Entwurf eines Anspruchsschreibens

Wenn Sie klagen wollen, senden Sie ein Anspruchsschreiben (pre-action letter) an die NHS-Stelle. Hier ist eine Vorlage:

Betreff: Anspruchsschreiben – DES-Exposition und Folgeschäden

An: [Rechtsabteilung, Name der NHS-Stiftung/Praxis]

Ich schreibe Ihnen gemäß dem Pre-Action Protocol für klinische Streitfälle.

  1. Parteien
    Kläger: [Name, Geburtsdatum, Adresse]
    Beklagter: [NHS-Stiftung/GP-Praxis Name und Adresse]


  2. Hintergrund und Exposition
    Ich war Diethylstilbestrol (DES) ausgesetzt [während der Schwangerschaft im Jahr/in den Jahren … / im Mutterleib, weil meiner Mutter DES im Jahr/in den Jahren … in/bei … verschrieben wurde].
    Indikation laut Akte: [z. B. Fehlgeburtenprävention / Abstillen].

    Verschreibende Ärzte und Orte: [Hausarzt/Krankenhaus, falls bekannt].
    Ich füge Krankenakten bei / erwarte diese (Auskunftsbegehren am [Datum] eingereicht).


  3. Schaden und Verlust
    Diagnosen und Symptome: [z. B. klarzelliges Adenokarzinom / zervikale oder vaginale Anomalien / Unfruchtbarkeit / Fehlgeburten / psychischer Schaden].
    Erhaltene Behandlung und Prognose: […].
    Bisherige finanzielle Verluste: [Fahrkosten, Verdienstausfall, Pflege, Rezepte, Fruchtbarkeitsbehandlung].


  4. Pflichtverletzung und Kausalität
    Ich mache geltend, dass DES verschrieben oder fortgeführt wurde, obwohl dies nicht hätte geschehen dürfen.

    Zudem wurde versäumt, nach dem Bekanntwerden von Schadensbelegen angemessene Beratung/Überwachung anzubieten.

    Ich stütze mich auf öffentliche Eingeständnisse und politische Entwicklungen, einschließlich des Eingeständnisses des Gesundheitsministers, dass „der Staat versagt“ hat.

    Er betonte auch, dass „wirksame Abhilfe- und Entschädigungsmaßnahmen“ geprüft werden.

    Ich stütze mich ferner auf aktuelle NHS-Richtlinien, die spezifische Risiken für DES-exponierte Töchter aufzeigen.



  5. Angeforderte Dokumente
    -Vollständige Hausarzt- und Krankenhausakten, einschließlich Geburtenakten, Rezepten, Berichten und Testergebnissen von [Jahr] bis [Jahr].
    -Interne Richtlinien, Rundschreiben oder Warnungen zu DES im Zeitraum der Exposition und danach.
    -Korrespondenz zur Aufklärungspflicht (Duty of Candour), interne Ermittlungen und Sicherheitswarnungen zu DES.




  6. Finanzierung und Gutachter
    Ich beabsichtige, fachanwaltlichen Rat wegen Behandlungsfehlern einzuholen.

    Bitte nennen Sie Ihren Versicherer/Schadenregulierer und bestätigen Sie, ob Sie wichtige Dokumente vorab offenlegen, um Fragen zu klären.




  7. Nächste Schritte
    Bitte bestätigen Sie den Erhalt dieses Schreibens innerhalb von 14 Tagen.

Mit freundlichen Grüßen,
[Name]
[Kontaktdaten]

Wurde Ihnen oder einem Elternteil zwischen den 1950ern und 1980ern vom NHS DES (Diethylstilbestrol, auch Stilbestrol) verschrieben? Dann sind Sie nun vielleicht unsicher, was zu tun ist.

Die ITV News-Untersuchung und das Geständnis des Gesundheitsministers („der Staat hat versagt“) haben das Thema wieder ins Rampenlicht gerückt.

Viele fragen sich nun, wie sie ihre Gesundheit schützen, Beweise sichern und Entschädigung fordern können.

Dieser Leitfaden bietet klare Schritte und praktische Beispiele für Betroffene.




des medical negligence claim nhs compensation

Was ist DES und welche Folgen hat es?

DES ist ein künstliches Östrogen. Es wurde in Großbritannien von den späten 1930ern bis in die späten 1970er Jahre hinein verschrieben.

Es sollte Fehlgeburten verhindern und den Milchfluss hemmen. Später wurde es mit seltenen Krebsarten und Fruchtbarkeitsproblemen bei Kindern im Mutterleib in Verbindung gebracht.

Diese Kinder werden oft als „DES-Töchter“ bezeichnet. Der Staat hat Regulierungsfehler eingeräumt und prüft nun Entschädigungen.

Falls Sie eine DES-Exposition vermuten, sollten Sie jetzt handeln. Die Folgen können über Generationen hinweg auftreten.

Obwohl sich Richtlinien oft auf „DES-Töchter“ beziehen, wird mehr Forschung zu langfristigen Folgen gefordert.

Schritt 1: Beweise sichern

Sammeln Sie so viele Nachweise wie möglich. Das hilft Ihnen bei Vorsorgen, Unterstützung und eventuellen Ansprüchen.

So fordern Sie Akten an:

  • Senden Sie ein Auskunftsbegehren (SAR) an Ihren Hausarzt und behandelnde Krankenhäuser. Fragen Sie gezielt nach Akten aus den 1950er bis 1980er Jahren.

  • Ist ein Elternteil verstorben, können Sie Akten oft als nächste Angehörige anfordern. Sie benötigen die Sterbeurkunde und einen Verwandtschaftsnachweis.

Wonach Sie suchen sollten:

  • Daten der DES-Verschreibung

  • Grund für die Verschreibung (Fehlgeburtenprävention oder Abstillen)

  • Namen der verschreibenden Ärzte oder Krankenhäuser

  • Markennamen oder Apothekenbelege

Beispiel:
Sarahs Mutter bekam 1972 DES. Sarah forderte die Akten an und fand den Begriff „Stilbestrol“ im Bericht.

Sie bat den Hausarzt auch um ihre eigenen Geburts- und Kinderarztakten, in denen die „In-utero-Exposition“ vermerkt war.

Schritt 2: Gespräch zum Screening suchen

Haben Sie Beweise für eine DES-Exposition? Besprechen Sie Risiken und Vorsorgeoptionen direkt mit Ihrem Hausarzt.

NHS-Richtlinien weisen bei „DES-Töchtern“ auf ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten an Gebärmutterhals und Vagina hin.

Eine regelmäßige Vorsorge wird empfohlen, teils wird bei Symptomen eine jährliche Kolposkopie angeboten.

Das sollten Sie mitbringen:

  • Ausdrucke der GOV.UK-Richtlinien zur Gebärmutterhalsvorsorge (Abschnitt 2.5 zu DES)

  • Alle Unterlagen, die eine DES-Exposition belegen

Das sollten Sie fragen:

  • Habe ich Anspruch auf erweiterte Vorsorge oder Kolposkopie-Nachsorge vor Ort?

  • Gibt es regionale Richtlinien für DES-exponierte Patientinnen?

  • Können Sie mich bei Bedarf an einen Spezialisten überweisen?

Beispiel:
Jane legte ihrem Hausarzt die Rezepte ihrer Mutter vor und bat um eine Kolposkopie. Der Arzt prüfte die Richtlinien und überwies sie an die Gynäkologie.

Schritt 3: Symptom- und Kostentagebuch führen

Es ist wichtig, den Verlauf zu dokumentieren. Das gilt besonders, wenn Sie später Ansprüche geltend machen wollen.

Was Sie eintragen sollten:

  • Symptome, Diagnosen und Behandlungen

  • Fruchtbarkeitsuntersuchungen oder Fehlgeburten

  • Fehlzeiten im Job, Fahrtkosten, Rezeptgebühren

  • Schriftwechsel mit Ärzten und Kliniken

Beispiel:
Tom führte nach Entdeckung der DES-Exposition Buch. Er notierte Behandlungen, Fahrten und Fehltermine. Er hob alle Belege und Briefe sorgfältig auf.

Schritt 4: Wichtige Belege sammeln

Sammeln Sie folgende Unterlagen für Klagen wegen Behandlungsfehlern oder ein künftiges Entschädigungsprogramm:

  • Nachweis über die DES-Verschreibung (Geburtsakten, Rezeptkarten, Entlassungsberichte)

  • Eigene Krankenakten (Geburt, Kinderheilkunde, Gynäkologie, Kolposkopie, Histologie, Onkologie)

  • Nachweise über die Folgen (Arbeitszeitnachweise, Pflegetagebücher, Quittungen)

  • Offizielle Erklärungen (Eingeständnis des Ministers, Briefe von Abgeordneten, Antworten aus dem Parlament)

  • Mitteilungen des NHS (Aufklärungsschreiben, Sicherheitswarnungen, interne Richtlinien)

  • Eine einfache chronologische Übersicht über Exposition, Symptome und wichtigste Ereignisse

Tipp:
Bestätigen Sie Telefonate immer per E-Mail und behalten Sie Kopien aller Schreiben.

Schritt 5: Rechtliche Optionen prüfen

Es gibt zwei Hauptwege, um Entschädigung oder Hilfe zu suchen:

1. Klage wegen Behandlungsfehlers:
Sie können klagen, wenn DES unzulässig verschrieben oder trotz bekannter Schäden nicht angemessen überwacht wurde.

2. Entschädigungsprogramm der Regierung:
Die Regierung prüft ein Unterstützungsmodell. Verfolgen Sie hierzu die offiziellen Ankündigungen im Parlament.

Fristen:

  • In der Regel haben Sie drei Jahre Zeit. Die Frist beginnt ab dem Behandlungsfehler oder ab Kenntnis des Schadens und der DES-Ursache.

  • Bei Kindern läuft die Frist ab dem 18. Geburtstag.

  • In Todesfällen sind es drei Jahre ab dem Todestag oder dem Zeitpunkt der Kenntniserlangung.

  • Die Produkthaftung hat enge Grenzen. Meist sind Fälle verjährt, weshalb der Fokus auf Behandlungsfehlern liegt.

Beispiel:
Emily erfuhr erst mit 40 von ihrer DES-Exposition. Sie notierte diesen Tag der Kenntnisnahme und sammelte Beweise wegen versäumter Vorsorgeuntersuchungen.



Beispiel-Szenarien

  • Krebsdiagnose und Behandlung:
    Eine DES-exponierte Person erkrankt an einem klarzelligen Adenokarzinom. Sie fordert Schmerzensgeld sowie Schadenersatz für Verdienstausfall, Fahrtkosten und Pflege.


  • Fruchtbarkeitsstörungen:
    Eine DES-Tochter leidet unter Unfruchtbarkeit und psychischen Folgen. Sie macht Kosten für Untersuchungen, Behandlungen und Fehlzeiten geltend.


  • Späte Entdeckung:
    Eine Frau erfährt spät von der Exposition und verpasster Vorsorge. Ihr Anspruch umfasst zusätzliche Vorsorgekosten und Folgeausgaben.

Informiert und unterstützt bleiben

  • Legen Sie dem Hausarzt die GOV.UK-Richtlinien zur Gebärmutterhalsvorsorge vor und fragen Sie nach lokaler Nachsorge.

  • Verfolgen Sie Ankündigungen des Parlaments zu Entschädigungsprogrammen.

  • Sichern Sie sämtlichen Schriftwechsel, Akten und Belege.

Weitere Informationen finden Sie bei Bedarf bei unserer Besten KI für Behandlungsfehler: ChatGPT-Alternative mit kostenloser Testversion und rechtlicher Unterstützung.

Eventuell hilft Ihnen auch unser Beitrag Beweissicherung bei Behandlungsfehlern nach der Geburt weiter.

Passende Vorlagen finden Sie unter N1 Klageformular und Klagebegründung Details.

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