Es ist eine der grausamsten Realitäten moderner Trauer. Sie haben gerade einen Elternteil verloren. Sie bewegen sich durch den Nebel der Trauer, planen eine Beerdigung und versuchen, Ihre Familie zu trösten. Dann klingelt das Telefon.

Eine höfliche, aber bestimmte Stimme am anderen Ende sagt, sie rufe von einer Bank, einem Kreditkartenunternehmen oder einem Inkassobüro an. Es ist von einem „offenen Saldo“ die Rede. Man fragt nach Zahlungsdaten. Vielleicht wird sogar angedeutet, „Ihr Vater hätte gewollt“, die Angelegenheit schnell zu regeln.

Panik setzt ein. Erbe ich die Schulden meines Vaters? Werde ich mein Haus verlieren, um seine Kreditkarte abzubezahlen?

Stopp.

Bevor Sie nach Ihrem eigenen Geldbeutel greifen, müssen Sie das Gesetz kennen. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle in England und Wales erben Sie keine Schulden.

Die goldene Regel: Der Nachlass zahlt, nicht Sie

Der wichtigste rechtliche Grundsatz ist, dass Schulden der Person gehören, nicht der Familie.

Wenn jemand stirbt, werden sein Geld, sein Eigentum und seine Besitztümer zu seinem „Estate“. Alle zurückgelassenen Schulden (Kreditkarten, Darlehen, Überziehungen) müssen mit dem Geld aus dem Estate beglichen werden.

Sie werden NICHT von Ihrem persönlichen Bankkonto bezahlt.

Wenn Sie der Executor (im Testament benannt) oder Administrator sind, besteht Ihre Aufgabe darin, das Geld der verstorbenen Person zur Begleichung ihrer Schulden zu verwenden. Sie sind lediglich der Verwalter der Mittel. Sie sind nicht der Bürge.

Die Ausnahmen: Wann SIE zahlen könnten

Es gibt nur wenige konkrete Szenarien, in denen Sie persönlich haftbar sein könnten:

1. Gemeinsame Schulden: Wenn Sie mit der verstorbenen Person ein gemeinsames Bankkonto, Darlehen oder eine gemeinsame Hypothek hatten, haften Sie in der Regel für den gesamten verbleibenden Betrag (nicht nur für die Hälfte).

2. Bürgen: Wenn Sie eine spezielle Vereinbarung als Bürge für ihr Darlehen unterzeichnet haben.

3. Die Falle des „Authorised User“: Beachten Sie, dass es in der Regel NICHT dasselbe ist, als „additional cardholder“ auf einer Kreditkarte geführt zu werden, wie Kontoinhaber eines Gemeinschaftskontos zu sein. Wenn Sie lediglich eine Zweitkarte für deren Konto hatten, gehört die Schuld wahrscheinlich weiterhin nur ihnen allein.



Was, wenn kein Geld mehr da ist? (Insolvenz)

Das ist die häufigste Sorge. Vater hatte £5,000 Kreditkartenschulden, aber nur £500 auf seinem Bankkonto.

In diesem Fall ist der Estate „insolvent“.

Das Gesetz hat eine strenge „Priority Order“, wer zuerst bezahlt wird. Im Allgemeinen:

1. Gesicherte Gläubiger (z. B. Hypothekengeber).

2. Bestattungskosten (angemessene Kosten haben in der Regel Vorrang vor Kreditkarten).

Erklärungskarte für Do you inherit your parents' debt in the UK?: Assets, Family risk, Plan.

3. Ungesicherte Gläubiger (Kreditkarten, ungesicherte Darlehen).

Wenn das Geld nach Bezahlung der Beerdigung und der Hypothek aufgebraucht ist, gehen die Kreditkartenunternehmen leer aus. Der Rest der Schulden wird abgeschrieben. Sie können nicht zu Ihnen, Ihrem Haus oder Ihren Ersparnissen kommen, um die Differenz auszugleichen.

Warum rufen sie immer wieder an?

Wenn das Gesetz so klar ist, warum belästigen Inkassobüros trauernde Familien?

Oft ist es eine Art „Fischzug“. Sie wissen, dass es Monate dauern kann, wenn sie auf das formelle Probate-Verfahren warten, und dass sie dann vielleicht nur Pfennige pro Pfund erhalten. Wenn sie aber einen trauernden Sohn oder eine trauernde Tochter aus Angst oder moralischem Druck dazu bringen können, heute per Karte zu zahlen, erhalten sie sofort 100 % des Geldes.

Sie setzen auf Ihre Verunsicherung. Lassen Sie sie nicht gewinnen.

Die Verteidigungsstrategie: Ihr Aktionsplan

Wenn Sie Anrufe von Gläubigern wegen der Schulden eines verstorbenen Angehörigen erhalten:

1. Stimmen Sie nichts zu.

Sagen Sie niemals: „Ich werde das bezahlen.“ Geben Sie niemals Ihre persönlichen Kartendaten weiter.

2. Stellen Sie die Fakten klar.

Sagen Sie deutlich: „Bitte beachten Sie, dass [Name] verstorben ist. Ich bin der Executor/Administrator. Alle Schulden werden zu gegebener Zeit über den Estate geregelt. Der Estate wird derzeit geprüft. Bitte setzen Sie dieses Konto auf Hold und rufen Sie mich nicht mehr an.“

3. Verlangen Sie alles schriftlich.

Weigern Sie sich, Details am Telefon zu besprechen. Bitten Sie darum, eine formelle Aufstellung der Schuld an die Adresse des Executors zu senden.

4. Verwenden Sie die Vorlage „In Dispute“.

Wenn sie Sie weiterhin belästigen und behaupten, Sie seien persönlich haftbar, ziehen Sie eine Vorlage wie die folgende in Betracht:



An [Name des Gläubigers],

Betreff: Konto [Nummer] - Verstorben

Ich schreibe bezüglich des oben genannten Kontos des verstorbenen [Name].

Bitte beachten Sie, dass ich als Executor/Administrator handle. Bitte beachten Sie, dass die Schuld eine Verbindlichkeit des Estate ist, nicht meine persönliche. Ich werde keine Zahlungen aus meinen eigenen Mitteln leisten.

Der Estate wird derzeit verwaltet. Falls ausreichende Mittel vorhanden sind, werden Gläubiger gemäß der gesetzlichen Rangfolge bezahlt. Wenn Sie mich weiterhin persönlich unter Zahlungsaufforderung kontaktieren, werde ich dies dem Financial Ombudsman Service als Belästigung melden.

Mit freundlichen Grüßen

[Ihr Name]

Fazit

Trauer ist schon schwer genug, ohne finanzielle Einschüchterung. Denken Sie daran: Die Schulden sind mit ihnen gestorben. Sie sind da, um den Papierkram zu erledigen, nicht um die Last zu erben. Atmen Sie tief durch, lassen Sie Ihren Geldbeutel geschlossen und geben Sie dem Verfahren seinen Lauf.

Weitere Hinweise finden Sie in unserem Leitfaden kann man Schulden von den Eltern erben.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine rechtliche, finanzielle oder steuerliche Beratung dar.

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