Mediation ist oft der erste Schritt, um familiäre und finanzielle Streitigkeiten in England und Wales zu lösen. Manchmal löst die Mediation jedoch nicht alle Fragen, oder eine Partei ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Wenn Sie nach der Mediation vor Gericht gehen möchten, ist es nur natürlich, sich zu fragen, wie es weitergeht, welche Beweise Sie brauchen und wie das Gericht Ihre bisherigen Bemühungen bewerten wird.
Warum gehen Menschen nach der Mediation vor Gericht?
Mediation kann den Parteien helfen, eine Einigung über einige oder alle Fragen zu erzielen, ist aber nicht immer erfolgreich. Sie könnten vor Gericht gehen, wenn:
keine Einigung erzielt wurde.
nur einige Fragen geklärt wurden (z. B. haben Sie sich über die Regelung für die Kinder geeinigt, nicht aber über die Finanzen).
eine Partei sich nicht an die Vereinbarung gehalten hat.
nach der Mediation dringende Fragen aufgetreten sind.
Vertretung in eigener Sache: Eine wachsende Wahl
Jeden Monat vertreten sich in England und Wales Tausende von Menschen erfolgreich selbst und sparen dabei bis zu 500.000 £ an Anwaltskosten, insbesondere in Fällen mit erheblichen Vermögenswerten oder komplexen familiären Regelungen. Die Gerichte sind zunehmend an Parteien in eigener Sache gewöhnt und geben Hinweise, die Ihnen helfen, sich im Verfahren zurechtzufinden.
Was berücksichtigt das Gericht?
Die Gerichte erwarten, dass die Parteien versucht haben, Angelegenheiten außerhalb des Gerichts zu klären. Ihre Bemühungen in der Mediation zeigen, dass Sie angemessen gehandelt haben. Mediationgespräche sind jedoch vertraulich – was Sie gesagt oder angeboten haben, kann in der Regel nicht als Beweismittel verwendet werden. Das Gericht wird Folgendes prüfen:
Ob Sie an der Mediation teilgenommen haben (oder eine gültige Befreiung hatten).
Etwaige schriftliche Vereinbarungen oder Ergebnisse aus der Mediation.
Ihre Bereitschaft, zu verhandeln und Kompromisse einzugehen.
Wenn Sie Mediation ohne guten Grund abgelehnt haben, kann das Gericht dies bei Kostenentscheidungen oder bei der Verfahrensführung berücksichtigen.
Häufige Fehler und Fallstricke
Keine schriftlichen Nachweise darüber mitzubringen, was in der Mediation vereinbart wurde.
Davon auszugehen, dass eine Mediationsvereinbarung automatisch rechtlich bindend ist (das ist sie nicht, es sei denn, sie wird zu einer gerichtlichen Anordnung gemacht).
Vor dem Gang vor Gericht nicht zu klären, welche Fragen weiterhin ungelöst sind.
Die Notwendigkeit zu übersehen, neue Beweise für das Gericht vorzubereiten, anstatt sich ausschließlich auf die Mediationsunterlagen zu stützen.
Zu berücksichtigende Punkte je nach Ihrer Situation
Verheiratete Paare/Scheidung: Möglicherweise benötigen Sie eine finanzielle Anordnung (für Eigentum, Renten, Unterhalt) oder eine Anordnung zu den Kindesregelungen.
Nicht verheiratete Paare: Vielleicht beantragen Sie eine Anordnung zu einer bestimmten Streitfrage (z. B. zur Schulwahl) oder eine Anordnung, die bestimmte Schritte verbietet.
Eltern: Wenn die Regelung für die Kinder nicht vereinbart wurde, seien Sie darauf vorbereitet, Ihre Vorschläge zu erläutern und zu erklären, warum die Mediation keine Einigung gebracht hat.
Finanzielle Streitigkeiten: Bereiten Sie klare Nachweise über Vermögenswerte, Einkommen und alle in der Mediation gemachten Angebote vor.
Praktische nächste Schritte
Bringen Sie alle relevanten Unterlagen mit: Mediations-Ergebnisvermerke, schriftliche Vereinbarungen und Nachweise über Versuche, die Angelegenheiten zu klären.
Seien Sie klar darin, welche Fragen noch strittig sind.
Bereiten Sie eine kurze Zusammenfassung Ihrer Position und dessen vor, worüber das Gericht entscheiden soll.
Wenn Sie eine teilweise Einigung erzielt haben, bitten Sie das Gericht, diese Punkte in eine verbindliche Anordnung aufzunehmen.
Fazit
Nach der Mediation vor Gericht zu gehen ist kein Scheitern – manchmal ist es notwendig, um komplexe oder dringende Fragen zu klären. Jeden Monat vertreten sich Tausende selbst, sparen erhebliche Anwaltskosten und zeigen, dass faire Ergebnisse auch ohne Anwalt erreichbar sind. Das Gericht schätzt Ihre Bemühungen um eine Einigung und wird sie bei seinen Entscheidungen berücksichtigen. Bleiben Sie organisiert, bringen Sie klare Beweise mit und seien Sie bereit, Ihre Position zu erläutern. Dieser Ansatz hilft Ihnen, selbstbewusst voranzukommen – ganz gleich, wie Ihre Situation aussieht.
Wenn Sie unsicher sind, welche Unterlagen Sie mitbringen oder wie Sie Ihren Fall präsentieren sollen, nehmen Sie sich Zeit, Ihre ungelösten Fragen aufzulisten und unterstützende Beweise zusammenzustellen. Je besser Sie vorbereitet sind, desto reibungsloser wird das Verfahren verlaufen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechts-, Finanz- oder Steuerberatung dar. Die Ergebnisse in Scheidungs- und Rentenangelegenheiten können je nach individuellen Umständen und den dem Gericht vorgelegten Beweisen variieren. Ziehen Sie für Ihre spezifische Situation stets professionelle Unterstützung in Betracht.
Wenn Sie mehr Details benötigen, kann unser Wenn ich eine Mediation ablehne, wirkt sich das vor Gericht in Großbritannien gegen mich aus? hilfreich sein.
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