Öffentliche Konsultation – Haftung für KI-Schäden im Privatrecht von England und Wales

Die Konsultation: Was passiert gerade?

Der Master of the Rolls, Sir Geoffrey Vos – der zweithöchste Richter in England und Wales – leitet eine wichtige Initiative.
Das Ziel: Klärung, wer haftet, wenn KI Schäden verursacht.

Die Frage ist einfach: Wenn Sie ein KI-Tool oder LLM für den Entwurf eines Vertrags nutzen und etwas schiefgeht, wer haftet dann? Sie, die KI-Firma oder ein Dritter?

Die UK Jurisdiction Taskforce (UKJT) hat einen Entwurf für eine rechtliche Erklärung veröffentlicht.
Diese wird künftige Gerichtsentscheidungen leiten.
Wir haben uns gern an dem Feedback beteiligt.

Warum diese Konsultation wichtig ist

Die Erklärung der UKJT dient Richtern, Anwälten und Politikern als Leitfaden in diesem neuen Bereich.
Sie ist wie ein medizinischer Konsens: kein Gesetz, aber ein wichtiger Bezugspunkt für Entscheidungen über KI und Haftung.

Bei künftigen Gerichtsverfahren zu KI wird der Richter fast sicher diese Erklärung hinzuziehen.
Auch ohne Gesetzesstatus wird sie die Rechtsprechung über Jahre prägen.
Darum war unser Beitrag so wichtig.

Unsere Position: Der Nutzer entscheidet

Bei Unwildered sehen wir KI als Werkzeug zur Unterstützung – nicht als Ersatz – menschlicher Urteilskraft.
Ein Taschenrechner macht Sie nicht schlecht in Mathe.
Ein KI-Assistent entbindet Sie nicht von Ihrer Verantwortung.

Unser Argument: Wenn Sie Caira für einen Entwurf nutzen, sind Sie der Autor.
Sie prüfen, bearbeiten und unterschreiben das Dokument.
Die KI hilft; Sie entscheiden.

Das entspricht dem Steuerrecht. Nach Schedule 24 des Finance Act 2007 haften Steuerzahler für Fehler – selbst bei falscher Beratung durch Steuerberater.
Die Debatte um Angela Rayner im Jahr 2025 zeigte dies.
Sich blind auf Beratung zu verlassen reichte nicht aus, da sie die Angaben nicht prüfte.

Dieselbe Logik gilt für KI. Wer Verträge ungelesen unterschreibt, kann nicht der KI die Schuld geben.
Die KI ist Ihr Assistent für Entwürfe, nicht Ihr Anwalt.

Was bedeutet „Human in the Loop“?

In Debatten über KI-Sicherheit fällt oft der Begriff „Human in the Loop“.
Es bedeutet, dass trotz KI-Einsatz immer ein Mensch die letzte Verantwortung trägt.

Die KI soll nicht unkontrolliert agieren.
Sie soll Nutzer befähigen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Wenn Sie Caira nutzen:

  • Geben Sie Fakten und Kontext vor

  • Prüfen Sie das Ergebnis der KI

  • Entscheiden Sie über die Nutzung

  • Tragen Sie die Verantwortung

Genauso läuft es bei Anwälten. Ihr Anwalt entwirft ein Dokument, Sie unterschreiben es.
Sie sind nicht aus der Verantwortung, nur weil ein Experte geholfen hat.

Bei Verbraucher-KI wie Caira ist der Nutzer dieser Mensch im Prozess.
Jedes KI-Ergebnis von Anwälten prüfen zu lassen ist unmöglich.
Es gibt 150.000 Anwälte in England und Wales bei 67 Millionen Einwohnern.

Warum das für Verbraucher wichtig ist

Tatsache ist: 31 % der Erwachsenen im UK haben ungelöste Rechtsprobleme.
Viele können sich keinen Anwalt leisten oder finden keinen Termin.
Sie bleiben mit ihren Sorgen allein.

KI-Tools wie Caira ändern das.
Für £15 im Monat erhalten Sie rund um die Uhr rechtliche Antworten。
Auch abends und am Wochenende, wenn Anwälte geschlossen haben.

Verlangt das Gesetz von einer £15-KI dieselbe Haftung wie von einem £500/Std.-Anwalt, verschwinden günstige Angebote.
Die Wahl ist nicht „KI oder Anwalt“.
Die Wahl ist „KI oder gar keine Hilfe“.

Wir haben die Taskforce gedrängt, diese Realität anzuerkennen.

Der Unterschied zwischen KI und regulierten Berufsträgern

Sollte KI nicht dieselben Standards erfüllen wie ein Anwalt?

Anwälte sind reguliert, versichert und an strenge Regeln gebunden.
Sie durchlaufen eine lange Ausbildung und haften bei Fehlverhalten.

KI-Tools hingegen sind Softwareprodukte.
Sofort verfügbar, kostengünstig und anders reguliert.
Für sie gilt das Verbraucherschutzrecht (wie der Consumer Rights Act 2015).

Gleiche Regeln für beide würden günstige KI unrentabel machen.
Verbraucher stünden dann ganz ohne Hilfe da.

Das bedeutet nicht, dass KI ein rechtsfreier Raum sein soll.
Wir bei Unwildered setzen auf verantwortungsvolle Innovation:

  • Klare Hinweise, dass unsere Inhalte keine Rechtsberatung sind

  • Bestätigung durch den Nutzer vor wichtigen Schritten

  • Einhaltung strengster Datensicherheit standards

  • Stärkung statt Ersetzung des menschlichen Urteilsvermögens

Die Haftung muss berücksichtigen: Ein £15-Tool für Millionen Nutzer unterscheidet sich grundlegend von einem Mandat für £500 die Stunde.

Eine Botschaft an Anwälte und Akteure

An alle Anwälte: Es geht nicht darum, Ihre Expertise zu ersetzen.
Es geht darum, Hilfe für alle zugänglich zu machen.

KI übernimmt Routineentwürfe und Recherche.
Das schafft Freiraum für komplexe Mandate.
Die 31 % ohne Rechtsbeistand können sich Ihre Dienste ohnehin nicht leisten.
KI bedient einen unerreichten Markt.

Für Regulierer gilt: Balance halten.
Schutz für Verbraucher ohne Bremsen für Innovationen.
Der Consumer Rights Act 2015 bietet bereits guten Schutz für digitale Inhalte.
Nutzen wir bestehende Regeln mit gesundem Menschenverstand.

Die Gefahr von Überregulierung

Wird das Haftungsrisiko im UK zu hoch, weichen Verbraucher aus.
Sie nutzen dann US-Tools wie ChatGPT, die nicht auf britisches Recht trainiert sind.
Diese bieten keinen lokalen Schutz.

Eine zu strenge Regulierung treibt Verbraucher zu ausländischen KI-Tools.
Diese kennen unser Rechtssystem nicht und haften nicht nach unseren Standards.
Das ist ein Risiko für alle.

Überregulierung schützt Verbraucher nicht.
Sie drängt sie nur zu unsichereren Alternativen.

Wie Sir Geoffrey Vos im Konsultationspapier feststellte:

"Jede echte oder gefühlte Unsicherheit birgt das Risiko, die Nutzung nützlicher KI-Tools zu hemmen. Dies gilt besonders für risikoaverse Sektoren..."

Und weiter:

"Das englische Common-Law-System kann Sicherheit bei technologischen Innovationen bieten.
In neuen Bereichen entsteht diese Sicherheit schrittweise durch die Weiterentwicklung bestehender Regeln durch die Gerichte."

Wir stimmen dem zu.
Das Gesetz muss Innovationen ermöglichen, statt sie zu verhindern.

Über das Recht hinaus: Das große Ganze

Ähnliche Herausforderungen gibt es in der Medizin, Psychotherapie und Finanzberatung.
Der Bedarf übersteigt stets das Angebot.
Wartelisten wachsen, Kosten steigen, Ungleichheit nimmt zu.

KI ist der einzige Weg für bezahlbare, schnelle Hilfe für alle.
Sie steigert den Lebensstandard und mindert Ungleichheit.
Unsere Argumente gelten auch hier: kontextuelle Haftung, Eigenverantwortung und Verhältnismäßigkeit.

Eine kluge Lösung im Recht setzt Maßstäbe für alle KI-Dienste im UK.

Unsere Empfehlungen

Unsere Antwort umfasst vier Kernpunkte:

1. Haftung muss mit der Funktion wachsen

Eine KI, die nur Entwürfe liefert (die Sie prüfen und zeichnen), unterscheidet sich von einer KI, die eigenständig Klage einreicht.
Ersteres fordert Nutzerverantwortung, Letzteres die Haftung des Entwicklers.

2. Der Sorgfaltsmaßstab muss kontextbezogen sein

Ein £15-Tool ist kein £500-Anwalt.
Die Sorgfaltspflicht war in der Rechtsprechung (wie bei Bolam und Montgomery) schon immer kontextabhängig.
Das muss auch für KI gelten.

3. Nutzer sind der „Human in the Loop“

Der Nutzer prüft, entscheidet und handelt.
Dementsprechend sollte die Haftung bei informativen KI-Tools verteilt sein.

4. Entwickler haften für die Produktqualität

Bei Datenlecks, Schadsoftware oder falschen Versprechen von Caira haften wir.
Das regelt der Consumer Rights Act 2015.
Wie Sie das Tool nutzen, liegt jedoch in Ihrer Verantwortung.

Wie geht es weiter?

Die UKJT sichtet das Feedback und veröffentlicht Ende des Jahres (voraussichtlich Mitte 2026) eine finale Erklärung.
Sie ist kein formelles Gesetz, hat aber enormes Gewicht.

Richter werden sich bei KI-Fragen an dieser Erklärung orientieren.
Sie wirkt wie ein medizinischer Konsens: rechtlich nicht bindend, aber praktisch entscheidend.

Wir sind stolz, diesen Dialog mitzugestalten.
KI hilt bereits Millionen Menschen.
Das Recht muss aufholen – fair, klug und ohne Barrieren für den Zugang zum Recht aufzubauen.

Wir freuen uns auf Ihre Meinung

Sollte KI dieselben Standards wie Anwälte erfüllen?
Was sorgt Sie bei KI im Recht, was begeistert Sie?
Teilen Sie uns Ihre Gedanken mit.

Kontaktieren Sie uns – wir freuen uns auf den Austausch.
Schreiben Sie an hello@unwildered.co.uk oder vernetzen Sie sich auf LinkedIn.


Was ist die UKJT?

Die UK Jurisdiction Taskforce (UKJT) ist ein führendes Gremium für mehr Rechtssicherheit bei neuen Technologien.
Unter Vorsitz von Sir Geoffrey Vos bringt sie Experten zusammen.
Sie klärt Fragen zu Krypto, Smart Contracts und KI.

Seit 2019 veröffentlicht die UKJT vielbeachtete Erklärungen.
Diese helfen Gerichten, Unternehmen und Bürgern, englisches Recht auf neue Technologien anzuwenden.
Sie dienen weltweit als Referenz.

Die Arbeit der UKJT umfasst auch Schlichtungsregeln für die digitale Wirtschaft.
Zudem wirkte sie am Electronic Trade Documents Act 2023 mit.
Dieser stellt digitale Dokumente rechtlich mit Papier gleich.

Zuletzt widmete sich die UKJT der Haftung für KI-Schäden.
Bei der rasanten Verbreitung von KI wächst die Unsicherheit bei Fehlern.
Die Erklärung der UKJT soll Gerichten wie Verbrauchern Klarheit bringen und Innovationen sichern.

Die Arbeit der UKJT wird international stark beachtet.
Indem sie Rechtsunsicherheit beseitigt, stärkt sie das Vertrauen in den Markt.
Sie unterstützt die sichere Einführung neuer Technologien weltweit.

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