Arbeitsvertrag prüfen? Caira findet Schwachstellen sofort.
Caira analysiert Arbeitsverträge aus Singapur in Sekunden auf Wettbewerbsverbote, fehlende Ansprüche und IP-Klauseln.
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1. Das Gesetz: Employment Act (Cap. 91A)
Singapurs Arbeitsrecht basiert auf dem Employment Act (Cap. 91A). Seit 2019 gilt er für fast alle Angestellten.
Nur Beamte und Hausangestellte sind ausgenommen. Früher waren nur Geringverdiener geschützt.
Seit dem 1. April 2019 gilt der Schutz auch für alle Fach- und Führungskräfte (PMETs).
Der Employment Act regelt Mindestansprüche, die vertraglich nicht unterschritten werden dürfen.
Ungünstigere Klauseln sind ungültig. Es gilt automatisch das gesetzliche Minimum.
Verzichte auf Urlaub oder kürzere Kündigungsfristen sind daher unwirksam.
2. Key Employment Terms (KETs) — Pflicht seit 2016
Arbeitgeber müssen KETs innerhalb von 14 Tagen nach Arbeitsbeginn schriftlich aushändigen.
Verstöße werden vom Arbeitsministerium (MOM) sanktioniert. Die KETs müssen Folgendes enthalten:
Vollständiger Name von Arbeitgeber und Arbeitnehmer
Jobtitel, Hauptaufgaben und Pflichten
Startdatum (und Enddatum bei Befristung)
Dauer der Probezeit (falls vorhanden)
Arbeitszeiten und Ruhetage
Gehalt, Zahlungsweise und Auszahlungstag
Urlaubsanspruch
Medizinische Leistungen (Arzt- und Klinikbesuche)
Weitere Ansprüche (z. B. Mutterschutz, Vaterschaftsurlaub)
Kündigungsfristen für beide Parteien
3. Gesetzliche Mindestansprüche
Anspruch | Gesetzliches Minimum | Hinweise |
|---|---|---|
Urlaub | 7 Tage (1. Jahr) bis zu 14 Tage (ab 8 Jahren) | Anteilige Berechnung; Auszahlung des Resturlaubs nur bei entsprechender Firmenrichtlinie |
Krankentage (ambulant) | 14 Tage/Jahr (nach 6 Monaten Betriebszugehörigkeit) | Attest erforderlich; unentschuldigtes Fehlen wird nicht bezahlt |
Krankenhausaufenthalt | 60 Tage/Jahr (inklusive der 14 ambulanten Tage) | Attest einer zugelassenen Klinik nötig |
Mutterschutz | 16 Wochen (Bürger Singapurs) / 12 Wochen (Nicht-Bürger, ≥3 Monate Dienstzeit) | Gemäß dem Child Development Co-Savings Act (CDCA) |
Vaterschaftsurlaub | 2 Wochen (Bürger Singapurs, 1./2. Kind); 4 Wochen ab 2024 | Unterliegt den Bedingungen des CDCA |
Überstunden | 1,5-facher Stundensatz ab 44 Std./Woche | Gilt nur für Angestellte bis max. SGD 2.600/Monat Grundgehalt |
Kündigungsfrist | 1 Tag (< 26 Wochen) bis 4 Wochen (≥ 5 Jahre) Minimum | Verträge vereinbaren oft längere Fristen – die jeweils längere Frist gilt |
⚠️ CPF-Arbeitgeberbeiträge sind Pflicht: Arbeitgeber müssen CPF-Beiträge für Staatsbürger und Permanent Residents mit über SGD 50/Monat zahlen.
Der Satz liegt bei bis zu 37 % des Lohns (Arbeitgeber 17 %, Arbeitnehmer 20 %) für unter 55-Jährige.
Säumige Zahlungen sind strafbar. Arbeitnehmer können Anzeige erstatten.
Inhaber von Arbeitsvisen (EP und S-Pass) erhalten keine CPF-Beiträge.
4. Wettbewerbsverbote – Was ist erlaubt?
Wettbewerbsverbote sind in Singapur nur wirksam, wenn sie legitime Geschäftsinteressen schützen und verhältnismäßig sind.
Es gelten folgende Grundregeln:
Wettbewerbsverbote: Gültig bei angemessener Dauer (6–12 Monate) und Region sowie klarer Definition.
Ein pauschales Verbot für alle Tech-Firmen ist meist unwirksam.Kundenschutz: Zulässig, wenn direkter Kundenkontakt bestand und die Dauer begrenzt ist (meist 12 Monate).
Abwerbeverbot: Zulässig, wenn es sich gegen die Abwerbung von Schlüsselpersonal richtet.
Freistellung (Garden Leave): Der Arbeitgeber bezahlt das Gehalt während der Kündigungsfrist weiter, während der Mitarbeiter zu Hause bleibt.
Dies ist rechtlich zulässig.
Anders als oft üblich ist für die Gültigkeit von nachvertraglichen Verboten keine finanzielle Entschädigung zwingend nötig.
Dennoch bleibt die Verhältnismäßigkeitsprüfung streng.

Fallbeispiel: Wei Lings Fintech-Vertrag
Hintergrund: Wei Ling (29) erhält ein Angebot als Analystin bei einem Fintech: SGD 6.500/Monat, 3 Monate Probezeit.
Dazu ein 12-monatiges Wettbewerbsverbot für den gesamten „APAC-Fintech-Sektor“ und eine weite IP-Klausel.
Durch Caira entdeckte Mängel:
Zu weites Wettbewerbsverbot: Der gesamte APAC-Raum ohne Einschränkung ist unverhältnismäßig weit.
Caira empfahl, das Verbot auf Singapur und bestimmte Firmen sowie 6 Monate Laufzeit zu begrenzen.Klausel zu geistigem Eigentum (IP): Auch private Projekte in der Freizeit wären Eigentum der Firma geworden.
Caira riet dazu, eine Ausnahme für private, firmenfremde Projekte ohne Nutzung von Firmenressourcen einzufügen.Urlaub: Der Vertrag bot nur 10 Tage Urlaub im ersten Jahr. Zwar über dem Minimum, aber Übertragungsrechte fehlten.
Das ist ein wichtiges Detail für Angestellte, die viel reisen.Ergebnis: Wei Ling konnte IP-Ausnahmen und ein faires Wettbewerbsverbot aushandeln.
Der Arbeitgeber stimmte den Änderungen zu.
5. Vertragsvorlage (Word / PDF)
Kopiere die Vorlage in Microsoft Word, fülle die Klammern aus und unterschreibe zweifach.
Sichere eine PDF-Kopie für deine Akten. KETs müssen binnen 14 Tagen nachgereicht werden.
📋 Vorlage kopieren → In Word einfügen 📄 Text kopieren
Diese Vorlage gilt für unbefristete Vollzeitstellen.
Prüfe CPF-Sätze und Ansprüche vorab anhand der aktuellen MOM-Richtlinien.
6. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Schützt mich der Employment Act auch bei über SGD 4.500/Monat Gehalt?
A: Ja. Seit 2019 schützt das Gesetz fast alle Angestellten.
Regelungen zu Überstunden oder Ruhetagen gelten jedoch nur bis max. SGD 2.600/Monat Grundgehalt.
Aktuelle Grenzwerte bietet die MOM-Website. Der Kündigungsschutz gilt für alle Angestellten unter dem Gesetz.
F: Darf mein Arbeitgeber ohne Zustimmung Gehalt abziehen?
A: Gehaltsabzüge sind streng geregelt.
Erlaubt sind etwa CPF-Beiträge, Steuern oder vereinbarte Raten für Kredite des Arbeitgebers.
Willkürliche Abzüge sind illegal. Die Abzüge dürfen 50 % des Monatsgehalts nicht überschreiten.
F: Ist ein Wettbewerbsverbot im Vertrag automatisch gültig?
A: Nein. Wettbewerbsverbote müssen verhältnismäßig sein.
Gerichte prüfen, ob schützenswerte Interessen (z. B. Kundenkontakte, Geheimnisse) vorliegen und der Rahmen angemessen ist.
Zu weit gefasste Klauseln werden oft für ungültig erklärt.
F: Was tun, wenn das Gehalt nicht pünktlich gezahlt wird?
A: Gehalt muss binnen 7 Tagen nach Ende des Abrechnungszeitraums gezahlt werden.
Bei Verzug hilft eine Klage beim Employment Claims Tribunal (ECT) via iECT online.
Forderungen bis SGD 20.000 (SGD 30.000 mit Gewerkschaft) werden dort gelöst.
Offizielle Quellen
Employment Act (Cap. 91A) — Singapore Statutes Online: sso.agc.gov.sg
MOM — Key Employment Terms: mom.gov.sg
CPF Board — Arbeitgeberpflichten: cpf.gov.sg
Employment Claims Tribunal: ecttribunal.gov.sg
Dieser Artikel basiert auf dem Recht Singapurs (Stand 2026) und dient nur Informationszwecken. Nutze Caira zur Analyse deines Vertrags vor der Unterschrift.
