Seit 2014 ist ein Mediation Information and Assessment Meeting (MIAM) für die meisten familienrechtlichen Anträge in England und Wales gesetzlich vorgeschrieben.
Dies soll Paare zur außergerichtlichen Einigung ermutigen und Zeit, Geld sowie emotionale Belastung sparen.
Die Regeln sehen jedoch Ausnahmen vor: 15 spezifische Befreiungen erlauben es, das MIAM zu umgehen und direkt vor Gericht zu gehen.
Wann und wie man eine Befreiung beantragt, ist jedoch oft unklar.
Viele Selbstvertreter sind verwirrt. Fehler führen zu Verzögerungen oder Ablehnungen.
Hier ist das Wichtigste, um Fehler zu vermeiden und eine schnelle Annahme Ihres Antrags zu sichern.
Die wichtigsten Befreiungskategorien
Die Ausnahmen sind in Kategorien unterteilt, jeweils mit eigenen Anforderungen und Nachweisebenen:
1. Häusliche Gewalt Haben Sie oder Ihr Kind häusliche Gewalt durch die andere Partei erlebt, können Sie befreit werden.
Der Begriff ist weit gefasst und umfasst physische, emotionale, finanzielle oder psychische Kontrolle.
Das Gericht verlangt konkrete Beweise und akzeptiert keine vagen Behauptungen. Gültige Nachweise sind:
Eine polizeiliche Verwarnung oder Verurteilung wegen häuslicher Gewalt aus den letzten fünf Jahren
Eine Schutzanordnung (NMO) oder eine andere gerichtliche Schutzverfügung
Ein Brief des Hausarztes, medizinischen Personals oder Sozialarbeiters, der Verletzungen oder Risiken bestätigt
Eine gerichtliche Feststellung von Tatsachen aus einem früheren Verfahren
Beweise müssen aktuell sein (meist aus den letzten fünf Jahren) und die Parteien direkt betreffen.
Fehlen Dokumente, begründen Sie dies im Antrag. Das Gericht fordert eventuell weitere Belege an.
2. Dringlichkeit Einige Situationen dulden keinen Aufschub, da sonst Gefahr für Leib, Leben oder das Zuhause droht.
Eine Dringlichkeit liegt vor, wenn sofortiges Handeln – meist binnen acht Tagen – nötig ist. Beispiele:
Drohende Kindesentführung oder Gefahr für das Wohl des Kindes
Unmittelbare Gewaltgefahr oder drohende Obdachlosigkeit
Notwendigkeit einer dringenden Verfügung gegen die Beiseitelegung von Vermögen
Erklären Sie die Dringlichkeit im Antrag genau und fügen Sie Berichte oder Schreiben bei.
Das Gericht prüft diese Angaben streng. Vermeiden Sie Übertreibungen.
3. Vorheriges MIAM oder Mediation Haben Sie in den letzten vier Monaten ein MIAM besucht oder eine Mediation versucht, entfällt der Prozess.
Reichen Sie den Teilnahmebeleg oder das Zertifikat des Mediators ein.
Prüfen Sie Ihre Unterlagen, um unnötige Doppeltermine zu vermeiden.
4. Fehlende Kontaktdaten Haben Sie trotz nachweisbarer Bemühungen keine Kontaktdaten der Gegenseite, gilt eine Ausnahme.
Das Gericht erwartet ernsthafte Versuche (z.B. über Familie oder Register).
Ein einfaches „Ich weiß es nicht“ reicht nicht aus.
5. Weitere Ausnahmen Es gibt weitere Befreiungen, etwa bei Konsensentscheidungen, Haft der Gegenseite oder Kinderschutzverfahren.
Jede Ausnahme hat eigene Kriterien und Nachweispflichten.
Nachweise und Unterlagen: Fehler vermeiden
Unvollständige Unterlagen sind der häufigste Grund für Ablehnungen.
Im Formular C100 (Kinder) und Formular A (Finanzen) müssen Sie das richtige Feld ankreuzen.
Nutzen Sie Formular FM1, muss es korrekt ausgefüllt und unterschrieben sein.
Ohne Belege sendet das Gericht den Antrag zurück und fordert ein MIAM, was zu Verzögerungen führt.
Legen Sie stets Kopien von Urteilen, Berichten oder Briefen bei.
Lesen Sie die Beschreibungen im Formular sorgfältig durch.
Wie geht es weiter?
Die Befreiung spart das MIAM, enthebt das Gericht aber nicht der Schutzprüfung.
Bei Kindersachen führt Cafcass vor dem ersten Termin Sicherheitsprüfungen durch.
Stellen Sie geforderte Infos schnell bereit.
Praktische Tipps für Selbstvertreter
Prüfen Sie die passende Ausnahme und sammeln Sie alle Belege vor der Einreichung.
Kreuzen Sie bei mehreren Gründen alle relevanten Felder an und fügen Sie jeweils Belege bei.
Kopieren Sie alle eingereichten Formulare und Nachweise für Ihre Unterlagen.
Informieren Sie das Gericht sofort bei Änderungen, etwa bei neuen Schutzanordnungen.
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Disclaimer: Dieser Blogbeitrag dient nur zur Information und ist keine Rechtsberatung. Ergebnisse hängen vom Einzelfall ab.
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