Für Handwerker bei Projekten wie Badsanierungen, Schulsanierungen oder Neubauten sind Zahlungsstopps oder plötzliche Kündigungen ein Schock.
Viele Betriebe – ob Dachdecker, Elektriker oder Maler – warten auf hohe Summen oder werden ohne Vorwarnung von der Baustelle verwiesen.
Das Gute: Der Housing Grants, Construction and Regeneration Act 1996 (HGCRA) bietet Ihnen einen schnellen Weg zur Klärung ohne Gericht.
Es ist verständlich, sich nach einer Kündigung oder bei einbehaltenem Geld überfordert zu fühlen.
Sie fragen sich: „Komme ich schnell an mein Geld?“ oder „Dauert das Monate vor Gericht?“
Das Gesetz ist auf Ihrer Seite: Sie dürfen jederzeit ein Schlichtungsverfahren (Adjudication) starten.
Der Prozess ist schnell und einfach.
Typische Fragen aus der Praxis:
„Mein Vertrag wurde gekündigt und mir stehen 50.000 £ zu. Kann ich sofort die Schlichtung einleiten?“
„Was muss in die Schlichtungsanzeige und wie schnell erhalte ich eine Entscheidung?“
„Wenn der Auftraggeber meine Zahlungsanzeige ignoriert, darf ich die Arbeit einstellen?“
Die Schlichtung ist ein gesetzlicher Prozess bei Zahlungsverzug, Unterbewertung oder unberechtigter Kündigung.
Sie starten mit einer Schlichtungsanzeige (Notice of Adjudication). Diese legt den Streitfall und Ihre Forderung dar.
Binnen sieben Tagen müssen Sie Ihre Beweise, Vertragsauszüge und den chronologischen Ablauf einreichen.
Der Schlichter wird rasch ernannt. Eine Entscheidung fällt meist binnen 28 Tagen (Verlängerung bei komplexen Fällen möglich).
Praktische Schritte für Betriebe:
Erstellen Sie vorab eine Streitakte: Chronologie, Verträge, Verzögerungsanalysen, Tabellen und Gesprächsprotokolle gehören hinein.
Nutzen Sie klare Dateinamen wie
2024-02-15_Bewertung_Kuechenumbau.pdfzur einfachen Zuordnung für den Schlichter.Lassen Sie Besprechungsprotokolle von allen Teilnehmern unterzeichnen oder per E-Mail bestätigen, besonders bei drohendem Streit.

Bei Zahlungsstreitigkeiten müssen Sie die Regeln kennen: Zahlungsanzeigen, Kürzungsanzeigen und Ihr Recht auf Baustopp nach Section 112.
Zahlt oder reagiert der Auftraggeber nicht, dürfen Sie die Arbeit legal einstellen.
Achten Sie dabei strikt auf die vertraglichen und gesetzlichen Vorgaben.
Häufige Fehler, die Sie vermeiden sollten:
Unvollständige Unterlagen einreichen oder die Sieben-Tages-Frist versäumen.
Fehlende schriftliche Dokumentation von Zahlungsanzeigen und dem Schriftverkehr.
Das Recht auf Arbeitseinstellung bei Zahlungsverzug ignorieren.
Entscheidungen aus dem Schlichtungsverfahren sind bindend.
Sie können direkt vor dem Technology & Construction Court vollstreckt werden.
Viele Betriebe haben so ihr Geld erhalten, selbst bei sehr hohen Summen.
Sollten Sie unsicher sein: Das Verfahren ist auch für Kleinbetriebe und Soloselbstständige gedacht.
Gehen Sie methodisch vor, ordnen Sie Ihre Unterlagen und nutzen Sie Ihre gesetzlichen Rechte.
Nützliche Quellen:
Lesen Sie auch unseren Ratgeber zu: Unberechtigte Kündigung: Abwehr für Handwerker.
HGCRA 1996 Leitfaden für Nutzer.
Regelung für Bauverträge (Scheme for Construction Contracts).
Vorlage: Tracker für den Schlichtungs-Ablauf.
Egal in welchem Gewerk: Die Schlichtung ist ein mächtiges Werkzeug für schnelle und faire Klärung.
Sichern Sie Ihre Beweise, folgen Sie dem Ablauf und schützen Sie Ihr Geld.
Hinweis: Dieser Artikel dient nur der Information und ersetzt keine Rechts-, Finanz- oder Steuerberatung.
