Weihnachten gilt oft als Zeit für Familie, Tradition und Zusammensein. Für getrennt lebende Eltern kann es aber auch Gefühle von Anspannung, Enttäuschung und Unsicherheit auslösen – besonders, wenn es um die Regelung für die Kinder geht.
In England und Wales ordnen Cafcass und die Gerichte fast immer an, dass Weihnachten geteilt wird, unabhängig davon, ob die Eltern selbst Weihnachten feiern. Weihnachten wird als wichtiger Anlass behandelt, ähnlich wie der Geburtstag eines Kindes, und jeder Elternteil hat das Recht, diese besondere Zeit mit seinem Kind zu verbringen, sofern es sicher ist und dem Kindeswohl entspricht. Mit etwas Planung, offener Kommunikation und dem Blick auf das, was wirklich zählt, lässt sich eine festliche Zeit gestalten, die für alle funktioniert.
1. Weihnachtstag halbieren (mit längeren Zeitblöcken)
So funktioniert es:
Ein Elternteil hat die Kinder 5–7 Tage vor Weihnachten, einschließlich des Weihnachtsmorgens bis 12 Uhr. Der andere Elternteil hat die Kinder dann für die nächsten 5–7 Tage, beginnend ab Mittag am Weihnachtstag.
Vorteile:
Beide Eltern verbringen in der Festzeit wertvolle Zeit mit den Kindern.
Die Kinder erleben den Weihnachtsmorgen mit einem Elternteil und den Nachmittag/Abend mit dem anderen.
Längere Blöcke verringern den Stress häufiger Übergaben.
Nachteile:
Die Übergabe am Mittag des Weihnachtstags kann störend sein, besonders wenn die Eltern weit voneinander entfernt wohnen.
Nicht ideal, wenn das Verhältnis sehr angespannt ist oder ein Elternteil Schwierigkeiten hat, sich an Absprachen zu halten.
Tipp:
Wenn Sie sich dafür entscheiden, planen Sie die Übergabe sorgfältig. Erwägen Sie einen neutralen Ort und halten Sie die Übergänge ruhig und kurz.
2. Wechselnde Blöcke rund um Weihnachten (3 Tage davor/danach)
So funktioniert es:
Ein Elternteil hat die Kinder drei Tage vor dem Weihnachtstag, der andere Elternteil drei Tage danach. Das kann jedes Jahr gewechselt werden.
Vorteile:
Jeder Elternteil erhält einen längeren Zeitraum, einschließlich entweder Heiligabend oder dem zweiten Weihnachtsfeiertag.
Verringert die Notwendigkeit einer Übergabe am Weihnachtstag selbst.
Funktioniert gut für Familien mit internationaler Reise oder großen Entfernungen.
Nachteile:

Ein Elternteil sieht die Kinder möglicherweise nicht jedes Jahr am Weihnachtstag.
Erfordert Flexibilität und klare Kommunikation.
Tipp:
Wenn Reisen beteiligt sind, planen Sie Zeit für Ruhe und Erholung ein. Legen Sie die Termine frühzeitig fest und halten Sie den Plan schriftlich fest.
3. Weihnachten an anderen Tagen feiern
So funktioniert es:
Manche Eltern feiern Weihnachten mit ihren Kindern einige Tage oder sogar eine Woche vor oder nach dem 25. Dezember, ohne sich um eine Übergabe am eigentlichen Tag zu kümmern.
Vorteile:
Kein Druck wegen einer Übergabe am Weihnachtstag.
Ermöglicht entspanntere, flexiblere Feiern.
Die Kinder können zwei festliche Anlässe genießen.
Nachteile:
Mag weniger traditionell wirken, aber Kinder genießen oft die Abwechslung.
Erfordert, dass beide Eltern positiv und flexibel sind.
Tipp:
Machen Sie Ihre Feier besonders, unabhängig vom Datum. Kinder erinnern sich an die Atmosphäre und die Mühe, nicht nur an den Kalender.
4. Wichtige Faktoren, die zu berücksichtigen sind
Alter der Kinder: Teenager möchten möglicherweise mitentscheiden; Neugeborene und kleine Kinder brauchen Routine und Vorhersehbarkeit.
Entfernung: Lange Fahrten am Weihnachtstag können anstrengend sein. Wenn die Eltern weit auseinander wohnen, sollten längere Blöcke oder wechselnde Jahre erwogen werden.
Konfliktgrad: Wenn Kontakt oft frustrierend ist oder Absprachen nicht eingehalten werden, sollten Sie das Halbieren des Weihnachtstags vermeiden – wählen Sie einfachere, weniger streitige Optionen.
Erweiterte Familie: Großeltern und andere Verwandte möchten die Kinder vielleicht sehen, also berücksichtigen Sie das in Ihren Plänen.
5. Tipps für das emotionale Wohlbefinden
Machen Sie Heiligabend oder den Weihnachtstag nicht zum Schlachtfeld. Es ist nur ein Tag von 365.
Kinder erinnern sich eher an besondere Momente an unerwarteten Tagen.
Versichern Sie Ihren Kindern, dass es in Ordnung ist, Zeit mit beiden Eltern zu genießen.
Wenn die Lage angespannt ist, halten Sie Übergaben kurz und neutral.
Fazit:
Sobald durch Gerichtsbeschluss Regelungen zum Umgang mit dem Kind getroffen wurden, sind sie äußerst schwer zu ändern – deshalb ist es klug, langfristig zu denken und sich nicht nur auf einen Feiertag zu konzentrieren. Weihnachten ist nur ein kleiner Zeitraum unter vielen Tagen im Jahr, die besonders gestaltet werden können. Es gibt keine perfekte Lösung, aber mit klaren Absprachen, ehrlicher Kommunikation und dem Fokus auf die Bedürfnisse Ihrer Kinder können Sie die Festzeit freudvoll und stressarm gestalten. Wenn Sie die Kinder am Weihnachtstag nicht haben, können Sie trotzdem an einem anderen Tag wunderbare Erinnerungen mit ihnen schaffen. Am wichtigsten ist, dass Ihre Kinder sich geliebt, sicher und in der Lage fühlen, die Zeit zu genießen – ganz gleich, wie sie organisiert ist.
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