Mythos | Realität |
|---|---|
Fremdgeher verlieren alles | Nein. Vermögen wird nach Bedarf aufgeteilt, nicht nach Verhalten. |
Ehebruch beeinflusst die Aufteilung | Nur bei massiver, nachweisbarer Verschwendung von Ehevermögen. |
Der „gute“ Partner bekommt mehr | Nur bei dringendem Bedarf (z. B. Wohnraum, Kinder, Gesundheit). |
Man kann den Ex vor Gericht bestrafen | Das Gericht urteilt nicht nach Schuld, sondern nach Fairness. |
Kurzantwort: In England und Wales hat Ehebruch fast keinen Einfluss auf die Scheidungsfolgen. Seit April 2022 gilt das Prinzip der verschuldensunabhängigen Scheidung. Die Gerichte interessiert es nicht, wer fremdgegangen ist. Es geht um Bedarf und Fairness. Das Gesetz bestraft untreue Partner nicht. Niemand verliert wegen eines Seitensprungs automatisch alles.
Seien wir ehrlich: Wenn Sie das suchen, leiden Sie wahrscheinlich. Vielleicht wurden Sie betrogen oder sorgen sich vor den Folgen eigener Fehler. Sie verdienen klare Antworten, kein juristisches Kauderwelsch.
Was passiert bei Fremdgehen bei der Scheidung?
Hier ist die nackte Wahrheit: Rechtlich passiert fast nichts.
Vor April 2022 konnte man Ehebruch noch als Scheidungsgrund nennen. Doch selbst damals beeinflusste das die Finanzen nicht. Heute, beim No-Fault-System, muss man es nicht mal erwähnen. Man gibt nur das Scheitern der Ehe an. Schmutzige Wäsche waschen entfällt.
Die Gerichte prüfen Folgendes:
Welche Vermögenswerte gibt es? (Haus, Renten, Ersparnisse, Schulden)
Was braucht jeder Partner für die Zukunft?
Wie wird das Wohl der Kinder gesichert?
Wie hoch ist die jeweilige Erwerbsfähigkeit?
Das ist alles. Keine Bestrafung. Keine „Gerechtigkeit“, die sich viele Betrogene erhoffen.
Warum ignoriert das Gesetz die Schuld?
Weil es im Scheidungsrecht nicht um Schuld geht. Es geht um die Entflechtung zweier Leben. Das Gericht teilt Vermögen auf, damit alle weitermachen können. Die Aufgabe des Richters ist Fairness, nicht moralische Zensur.
Das kann sich unfair anfühlen, wenn Sie treu waren. Sie hielten Ihr Versprechen – und nun zählt das scheinbar nicht? Emotional zählt es. Juristisch ändert es nichts.
Die einzige Ausnahme: Vermögensverschwendung
Eine Affäre kann die Aufteilung stören, wenn dafür viel eheliches Geld verprasst wurde. Zum Beispiel Zehntausende für Geschenke, Reisen oder eine Wohnung für den Liebhaber. Dann rechnet das Gericht dieses Geld dem Topf wieder hinzu. Sie brauchen aber eindeutige Beweise. Ein paar Abendessen reichen dafür nicht.
Beeinflusst Untreue die Scheidung in UK?
Kommen wir direkt zur Sache, denn das brennt den meisten auf der Seele.
Nein, Untreue beeinflusst die finanzielle Einigung in Großbritannien nicht.
Der Standard bei fast allen Scheidungen ist die 50/50-Teilung des ehelichen Vermögens. Anpassungen gibt es nur basierend auf:
Kinderbedarf – Der betreuende Elternteil benötigt meist das Haus oder einen größeren Anteil.
Erwerbsfähigkeit – Wer für Kinder die Karriere opferte, braucht oft mehr Ausgleich.
Ehedauer – Längere Ehen führen meist zu einer genaueren 50/50-Teilung.
Renten – Vorsorgeansprüche gelten als eheliches Vermögen und werden geteilt.
Zukunftsbedarf – Alter, Gesundheit und die Chance auf finanziellen Wiederaufbau.
Fehlt etwas auf der Liste? Richtig: das Verhalten. Treue. Die Gründe für das Ehe-Aus.
Hat mein fremdgehender Partner Recht auf die Hälfte?
Diese Frage entspringt purem Schmerz. Der Gedanke ist verständlich: „Sie zerstören die Familie – warum sollten sie die Hälfte von allem bekommen?“
Die Antwort lautet: Ja, meist steht ihnen etwa die Hälfte zu.
Die Begründung: Das englische Recht sieht die Ehe als Partnerschaft auf Augenhöhe. Beide leisten ihren Beitrag. Ob durch Geld oder Kindererziehung – das Gericht wertet beides gleich. Die Arbeit zu Hause zählt so viel wie der Beruf.
Am Ende der Ehe steht daher grundsätzlich die hälftige Teilung des Erschaffenen.

Wann von 50/50 abgewichen wird
Nicht jede Scheidung endet exakt halbe-halbe. Das Gericht korrigiert die Zahlen, wenn:
Kinder Wohnraum brauchen – Der betreuende Partner erhält eventuell mehr Hausanteile.
Rentenlücken bestehen – Große Unterschiede bei den Renten werden ausgeglichen.
Geringere Jobchancen bestehen – Wer nicht voll arbeiten kann, erhält oft mehr.
Kurze Ehen vorliegen – Ohne Kinder wird oft der Zustand vor der Ehe wiederhergestellt.
Doch keine dieser Anpassungen erfolgt wegen Ehebruchs. Ein untreuer Partner mit den Kindern bekommt trotzdem oft mehr. Ein treuer Partner mit hohem Einkommen muss seine Rente dennoch teilen.
Die emotionale Grauzone
Hier kollidieren Recht und Gefühl extrem hart miteinander.
Sie müssen eventuell Ihre Rente mit der Person teilen, die Sie betrogen hat. Sie sehen, wie diese mit Geld aus dem Haus geht, in dem die Affäre stattfand. Es wirkt, als belohne das System dieses Verhalten.
Aber ein erbitterter Streit aus Zorn kostet meist weit mehr, als die rechtliche Realität zu akzeptieren. Streitige Scheidungen kosten schnell £15.000 bis £25.000 pro Person. Manche verfahren £50.000 oder mehr anstatt sich gütlich zu einigen.
Die vier Verhaltensweisen, die 90% aller Scheidungen verursachen
Diese Frage stellen sich viele, die den Ruin ihrer Ehe verstehen wollen.
Die „vier Verhaltensweisen“ stammen aus der Forschung von Dr. John Gottman. Er nannte diese zerstörerischen Muster die „Vier Apokalyptischen Reiter“:
Kritik – Den Charakter des Partners angreifen, nicht nur sein Verhalten.
Verachtung – Spott, Augenrollen, Sarkasmus und Respektlosigkeit.
Rechtfertigung – Ausreden suchen, Gegenangriffe oder Abstreiten von Fehlern.
Mauern – Abschalten, Schweigen und sich dem Gespräch entziehen.
Wichtig dabei: Ehebruch ist oft nur das Symptom, nicht die Ursache. Wenn jemand fremdgeht, kriselt die Ehe meist schon jahrelang. Die Reiter haben die Beziehung bereits zerfressen. Die Affäre ist oft nur der letzte Todesstoß.
Was Sie jetzt tun können
Wenn Sie gerade eine Affäre aufgedeckt haben, hilft Folgendes wirklich weiter:
1. Gefühle zulassen, aber nicht sofort handeln
Der Wunsch nach Rache ist natürlich. Doch Entscheidungen im ersten Schock sind selten klug. Atmen Sie tief durch, bevor Sie rechtliche Schritte einleiten.
2. Mediation ernsthaft prüfen
Mediation bedeutet nicht, nett zum Ex zu sein. Es schützt Ihr Geld. Mediatoren helfen bei fairen Einigungen, die Anwälte dann besiegeln. Das spart Zeit und Kosten.
Fokus auf das Wesentliche legen
Die Sicherheit der Kinder. Ihr eigenes Dach über dem Kopf. Finanzielle Sicherheit im Alter. Ihre psychische Gesundheit. Das alles ist wichtiger als Rache.
Fazit
Untreue beeinflusst Scheidungsverfahren im UK nicht. Gerichte bestrafen Fremdgehen nicht – egal, wie sehr Sie es sich wünschen. Die 50/50-Basis gilt für beide Seiten gleichermaßen.
Das fühlt sich ungerecht an. Ist es moralisch gesehen auch. Aber die Justiz sorgt für Vermögensaufteilung, nicht für moralische Sühne.
Die Frage ist nicht, ob Sie der Ex-Partnerschaft schaden können. Das können Sie nicht. Die Frage ist: Wie schützen Sie sich und Ihr Geld vor unnötigen Prozesskosten?
Mediation und ein kühler Kopf sind dabei Ihre stärksten Waffen.
Gutes Leben ist bekanntlich die beste Revanche. Wer sich für ein Prinzip finanziell ruiniert, das dem Gericht egal ist, schadet sich nur selbst.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient nur der Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Ergebnisse hängen vom Einzelfall ab.
