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Dyskalkulie ist eine Lernbeeinträchtigung, die den Umgang mit Zahlen, Reihenfolgen und Zeit deutlich erschwert. Es geht nicht um Intelligenz – es ist einfach die Art und Weise, wie manche Gehirne numerische Informationen verarbeiten. Wenn Ihnen Zahlen bei der Arbeit verwirrend oder stressig erscheinen, sind Sie nicht allein. Vielen geht es so, und es gibt einfache, praktische Möglichkeiten, wie Arbeitgeber helfen können.

Nach dem Equality Act 2010 müssen Arbeitsplätze angemessene Vorkehrungen für behinderte Beschäftigte treffen, einschließlich Personen mit Dyskalkulie. Diese Änderungen müssen nicht teuer oder kompliziert sein. Oft sind es die kleinen Dinge, die den größten Unterschied machen.

Supermarktjobs: Praktische Anpassungen

  • Kassentätigkeit: Einen Taschenrechner oder eine digitale Kasse verwenden, die das Wechselgeld für Sie berechnet. Kein Kopfrechnen unter Druck nötig.

  • Bestandszählung: Zähllisten mit Bildern oder Farbcodes, damit Sie Artikel abhaken können, statt Zahlen zu schreiben.

  • Preisgestaltung: Vorgefertigte Preisetiketten oder Aufkleber, damit Sie Preise nicht von Hand schreiben müssen.

  • Schichtpläne: Dienstpläne sowohl als schriftliche Liste als auch als visueller Kalender, damit Sie leichter sehen, wann Sie arbeiten.

Bürorollen: Alltägliche Lösungen

Erklärungskarte für Dyskalkulie - Beispiele für angemessene Vorkehrungen bei der Arbeit: Arbeitgeberpflicht, Nachweis, Arbeitsanpassungen.
  • Ausgaben und Rechnungen: Vorlagen, die die Summen automatisch berechnen, sodass Sie nur die Grunddaten eintragen.

  • Besprechungen: Besprechungen aufzeichnen, damit Sie Zahlen nicht schnell mitschreiben oder sich später merken müssen.

  • Fristen: Visuelle Zeitpläne und Erinnerungen, nicht nur schriftliche Termine, helfen dabei, Aufgaben im Blick zu behalten.

  • Schulung: Individuelle Unterstützung bei Aufgaben mit Zahlen, mit Zeit für Fragen und Übung.

Kundennahe Arbeit: Unterstützende Anpassungen

  • Rabatte und Angebote: Einfache Tabellen oder Apps, die Endpreise nach Rabatten anzeigen, damit Sie nicht spontan rechnen müssen.

  • Treuepunkte: Nachschlageblätter für häufige Kundenfragen zu Punkten oder Prämien.

  • Umgang mit Bargeld: Am Ende einer Schicht die Kasse gemeinsam mit einer Kollegin oder einem Kollegen nachzählen, statt es allein zu tun.

  • Wegbeschreibungen und Fahrpläne: Karten mit Orientierungspunkten und Bildern, nicht nur Zahlen, zum Geben von Wegbeschreibungen oder Erklären von Abläufen.

Tipps, die überall funktionieren:

  • Schriftliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen:
    Stellen Sie sich vor, Sie lernen einen neuen Ablauf, etwa eine Auslage aufzubauen oder einen Monatsbericht zu erstellen. Statt eines langen Absatzes erhalten Sie eine Checkliste, in der jeder Schritt klar nummeriert ist und neben jedem Punkt ein kleines Bild oder Symbol steht. So können Sie jeden Teil nach und nach abhaken, ohne Angst zu haben, einen Schritt zu übersehen oder sich in einer Textwand zu verlieren.



  • Visuelle Hilfen und Erinnerungen:
    Bei Aufgaben mit Fristen kann ein Wandkalender mit farbigen Aufklebern für jedes Projekt auf einen Blick zeigen, was bald fällig ist. Manche Menschen nutzen digitale Erinnerungen auf dem Handy oder Computer, die ein oder zwei Tage vor dem Termin ausgelöst werden. So entfällt der Druck, sich Termine im Kopf merken zu müssen.



  • Buddy-System für Zahlenaufgaben:
    Wenn Sie etwas mit Zahlen erledigen sollen – etwa Bestand prüfen, Bargeld zählen oder Daten eingeben –, kann eine vertrauenswürdige Kollegin oder ein vertrauenswürdiger Kollege, der Ihre Arbeit mit Ihnen überprüft, einen großen Unterschied machen. Zum Beispiel könnten Sie am Tagesende gemeinsam die Kasse zählen oder eine Tabelle Seite an Seite prüfen, bevor sie verschickt wird. Dabei geht es nicht um eine Kontrolle, weil Sie es nicht können; es geht darum, gemeinsam Stress zu reduzieren und Fehler zu vermeiden.



  • Alternative Möglichkeiten, Ihre Fähigkeiten zu zeigen:
    Wenn bei einer Bewerbung oder einem Kurs ein Mathetest verlangt wird, fragen Sie, ob Sie Ihre Fähigkeiten auf andere Weise zeigen können. Sie könnten zum Beispiel eine praktische Aufgabe erledigen, etwa ein Regal organisieren oder erklären, wie Sie einer Kundin oder einem Kunden helfen würden, statt einen zeitlich begrenzten Test zu schreiben. Arbeitgeber werden ermutigt, flexibel zu sein und darauf zu achten, was Sie können, nicht nur darauf, wie schnell Sie rechnen.



  • Zahlen leichter handhabbar machen:
    Wenn Sie Zahlen vorlesen müssen (etwa Telefonnummern oder Bestellcodes), schreiben Sie sie in großer Schrift mit Abständen zwischen den einzelnen Gruppen. Verwenden Sie einen Textmarker, um wichtige Ziffern zu markieren, oder halten Sie ein Notizbuch bereit, damit Sie Dinge unterwegs notieren können. Wenn Sie Formulare ausfüllen, fragen Sie, ob Sie eine Vorlage verwenden können, in der die Zahlen bereits an den richtigen Stellen stehen, damit Sie weniger leicht einen Fehler machen.



  • Offene Gespräche und fortlaufende Unterstützung:
    Die wichtigste Anpassung ist eine unterstützende Haltung. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, ist es in Ordnung, das zu sagen. Eine gute Führungskraft hört zu und arbeitet mit Ihnen an Lösungen. Wenn Ihnen zum Beispiel eine bestimmte Aufgabe zu viel wird, könnten Sie vereinbaren, sie mit einer anderen Kollegin oder einem anderen Kollegen zu tauschen oder sie in kleinere Schritte zu unterteilen und über einige Tage zu erledigen, statt alles auf einmal.

Abschließender Gedanke

Jede Person hat Stärken und Herausforderungen. Durch kleine, durchdachte Änderungen kann Arbeit für alle weniger stressig und angenehmer werden. Wenn Sie Hilfe brauchen, sprechen Sie es an – angemessene Vorkehrungen sind Ihr Recht und können einen echten Unterschied machen.

Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient nur allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Rechts-, Finanz- oder Steuerberatung dar. Ergebnisse können je nach Ihren individuellen Umständen variieren.

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