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Was sind angemessene Vorkehrungen bei Dyspraxie?
Dyspraxie (Entwicklungsstörung der Koordination) beeinträchtigt Bewegung, Koordination und Organisation. Angemessene Vorkehrungen sind Änderungen am Arbeitsplatz oder an der Tätigkeit, die Menschen mit Dyspraxie dabei helfen, ihre Stärken einzusetzen und unnötigen Stress zu reduzieren.
Supermärkte:
Geben Sie für Aufgaben wie das Einräumen von Regalen oder die Bedienung von Kassen mehr Zeit, insbesondere wenn feinmotorische Fähigkeiten erforderlich sind.
Verwenden Sie klare, farbcodierte Schilder und Beschriftungen für Lager- und Verkaufsbereiche.
Stellen Sie Checklisten für tägliche Abläufe bereit und gliedern Sie komplexe Aufgaben in kleinere Schritte.
Bieten Sie leichtes Equipment oder Wagen mit griffigen Griffen an.
Erlauben Sie die Nutzung von Sprachmemos oder digitalen Erinnerungen, um Anweisungen oder Produktstandorte zu merken.
Büroumgebungen:
Stellen Sie ergonomische Tastaturen, angepasste Mäuse oder Spracherkennungssoftware für Schreib- und Verwaltungsaufgaben bereit.
Ermöglichen Sie flexible Fristen für schriftliche Berichte oder Dateneingaben.
Nutzen Sie visuelle Planer, Mindmaps oder digitale Kalender mit Erinnerungen für Termine und Aufgaben.
Geben Sie schriftliche Anweisungen und erlauben Sie, Besprechungen aufzuzeichnen oder schriftlich zusammenzufassen.
Halten Sie Arbeitsplätze ordentlich und frei von Unordnung, mit klarer Beschriftung für Akten und Geräte.
Kundennahe Tätigkeiten:
Erlauben Sie Mitarbeitenden, Spickkarten oder Checklisten für häufige Kundenanfragen oder Abläufe zu nutzen.
Geben Sie für Aufgaben wie Zahlungsabwicklung oder das Ausfüllen von Formularen mehr Zeit.
Verwenden Sie klare, einfache Beschilderungen für Mitarbeitende und Kundschaft.
Bieten Sie Schulungen zu Kommunikation und Selbstvertrauen an und fördern Sie eine unterstützende Teamkultur.
Erlauben Sie Mitarbeitenden, kurze Pausen zu machen, wenn sie sich in Stoßzeiten überfordert fühlen.
Manuelle Arbeit:

Stellen Sie nach Möglichkeit Werkzeuge mit ergonomischen Griffen und leichten Materialien bereit.
Geben Sie für Aufgaben, die feinmotorische Fähigkeiten erfordern, wie das Zusammenbauen von Teilen oder die Verwendung von Handwerkzeugen, mehr Zeit.
Verwenden Sie visuelle Anleitungen, Diagramme oder Schritt-für-Schritt-Leitfäden für komplexe Aufgaben.
Stellen Sie für die Einarbeitung in neue Geräte oder Sicherheitsverfahren eine Begleitperson zur Verfügung.
Erlauben Sie regelmäßige Pausen, um Ermüdung zu verringern und die Konzentration aufrechtzuerhalten.
Allgemeine Tipps für alle Arbeitsplätze:
Gliedern Sie Anweisungen in klare, überschaubare Schritte – verwenden Sie Aufzählungspunkte, Bilder oder Flussdiagramme.
Fördern Sie die Nutzung digitaler Erinnerungen, Alarme oder Checklisten für das Zeitmanagement.
Erlauben Sie Mitarbeitenden, ihren Arbeitsplatz so zu organisieren, wie es für sie passt, etwa mit farbcodierten Ordnern oder Beschriftungen.
Seien Sie geduldig und offen – ermutigen Sie Mitarbeitende, ohne Angst vor Bewertung um Hilfe oder Klarstellung zu bitten.
Bieten Sie regelmäßiges Feedback und kurze Abstimmungen an, um zu prüfen, ob die Anpassungen funktionieren oder nachjustiert werden müssen.
Wie kann man Dyspraxie berücksichtigen?
Dyspraxie zu berücksichtigen bedeutet, die individuellen Bedürfnisse jeder Person zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu finden. Offene Gespräche, Flexibilität und die Bereitschaft, verschiedene Ansätze auszuprobieren, sind entscheidend. Wenn jemand zum Beispiel Schwierigkeiten mit dem Schreiben von Hand hat, lassen Sie die Person einen Computer oder ein Tablet verwenden. Wenn das Merken von Anweisungen schwerfällt, geben Sie diese schriftlich oder als Sprachnotiz.
Fällt Dyspraxie unter den Equality Act 2010?
Ja, Dyspraxie fällt unter den Equality Act 2010, wenn sie sich erheblich und langfristig auf alltägliche Aktivitäten auswirkt. Das bedeutet, dass Arbeitgeber angemessene Vorkehrungen treffen müssen, um Barrieren zu beseitigen und Mitarbeitende mit Dyspraxie zu unterstützen.
Wie wird Dyspraxie im Vereinigten Königreich festgestellt?
Die Beurteilung beginnt in der Regel bei einem Hausarzt, der Sie möglicherweise an einen Ergotherapeuten oder Psychologen überweist. Für die Arbeit kann eine Arbeitsplatzanalyse veranlasst werden – dabei werden Ihre Tätigkeit, die Herausforderungen, denen Sie begegnen, und mögliche hilfreiche Anpassungen betrachtet. Access to Work kann bei der Finanzierung von Beurteilungen und Ausrüstung helfen.
Weitere Hinweise finden Sie in unserem Leitfaden zu Dyskalkulie - Beispiele für angemessene Vorkehrungen bei der Arbeit.
Für einen weiteren Kontext zu angemessenen Vorkehrungen siehe unseren Leitfaden zu angemessenen Vorkehrungen bei Universitätsprüfungen.
Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient nur allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Rechts-, Finanz- oder Steuerberatung dar. Ergebnisse können je nach Ihren individuellen Umständen variieren.
