Ein Todesfall ist schwer. Die Nachlassregelung kann überfordern.
Die Nachlasspflegschaft (Probate) regelt die Verteilung von Besitz, Geld und Eigentum.
In England und Wales gibt es feste Schritte.
Dies zu verstehen, gibt Ihnen in dieser schweren Zeit Sicherheit.

Wann ist eine Nachlasspflegschaft nötig?

Sie ist nicht immer Pflicht. Meist wird sie verlangt, wenn der Verstorbene große Werte allein besaß.
Dazu zählen Häuser, Wohnungen oder hohe Bankguthaben.
Gemeinsamer Besitz fällt oft direkt an den Partner und braucht kein Verfahren.
Kleine Nachlässe unter 5.000 £ kommen oft ohne aus. Prüfen Sie dies aber bei jeder Bank.
Manche verlangen die Freigabe auch bei Kleinbeträgen, um Streit zu vermeiden.

Der Ablauf Schritt für Schritt

  1. Tod anmelden: Holen Sie die Sterbeurkunde beim Standesamt. Sie wird für alles Weitere benötigt.

  2. Testament finden: Suchen Sie das neueste Testament. Die Testamentsvollstrecker regeln den Nachlass. Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge.

  3. Nachlass bewerten: Listen Sie Besitz (Häuser, Konten) und Schulden auf. Das kann bei komplexen Finanzen im Ausland lange dauern.

  4. Nachlasspflegschaft beantragen: Senden Sie den Antrag ans Nachlassgericht. Legen Sie Testament, Urkunde und Aufstellung bei. Es fällt eine Gebühr an.

  5. Erbschaftssteuer zahlen: Ab 325.000 £ fällt oft Steuer an. Diese muss vor der Erteilung teils bezahlt werden. Das kann den Prozess verzögern.

  6. Vermögen einziehen: Nach der Erteilung können Sie Konten auflösen und Immobilien verkaufen. Gemeinsamer Besitz zählt oft nicht dazu.

  7. Schulden begleichen: Zahlen Sie alle offenen Rechnungen vor der Verteilung. Dokumentieren Sie alles, da Sie persönlich haften.

  8. Erbe verteilen: Nach Abzug aller Schulden und Steuern wird der Rest laut Testament oder Gesetz an die Erben verteilt.

Wie lange dauert das Verfahren?

Die Dauer ist schwer planbar. Einfache Fälle dauern drei bis sechs Monate.
Hausverkäufe, fehlende Erben oder Streit können es auf über ein Jahr verzögern.
Oft bremsen die Bewertung von Besitz oder Uneinigkeiten den Prozess aus.

Häufige Stolpersteine und Risiken

  • Unklare Testamente: Veraltete Dokumente führen schnell zu Streit.

  • Auslandsvermögen: Besitz im Ausland erfordert oft eigene Verfahren.

  • Vergessene Schulden: Übersehene Posten führen zur persönlichen Haftung.

  • Streitigkeiten: Konflikte in der Familie sorgen für große Verzögerungen.

Pflichten der Testamentsvollstrecker

Sie müssen im besten Interesse der Erben handeln. Protokollieren Sie alles genau und handeln Sie unparteiisch.
Fehler bei der Verteilung führen zur persönlichen Haftung.

Gehen Sie methodisch vor, schreiben Sie alles auf und reden Sie offen mit den Erben.

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Weitere Hilfe finden Sie in unserem Ratgeber: Warum dauert die Nachlasspflegschaft so lange?

Hinweis: Dieser Blog dient nur der Information und ist keine Rechtsberatung. Ergebnisse hängen vom Einzelfall ab.

Details finden Sie hier: Widerspruch gegen EHCP-Entscheidung: Ablauf.

Auch nützlich: Nachlassverwaltung in England und Wales erklärt.

Zum Immobilienverkauf: Nachlassimmobilie verkaufen: Fristen und Ablauf.

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