Ein Testament zu schreiben ist der beste Weg, Ihre Familie zu schützen. Viele schieben es jahrelang auf. Dieser Leitfaden erklärt den Prozess in sechs Schritten.

Sie lernen:

  • Was ein Testament regelt und warum Sie eines brauchen

  • Welche wichtigen Entscheidungen Sie vorab treffen müssen

  • Wie Sie Ihr Testament korrekt unterschreiben und lagern

  • Häufige Fehler und Fallstricke, die Sie vermeiden sollten

Nutzen Sie dies als Checkliste für Vorlagen, Online-Dienste oder Notare.

Inhaltsverzeichnis

  1. Möglichkeiten und Grenzen eines Testaments verstehen

  2. Schritt 1–3: Vorbereitung und Planung

  3. Schritt 4–5: Testament richtig aufsetzen und signieren

  4. Schritt 6: Testament aufbewahren und aktualisieren

  5. Prüfpunkte vor der finalen Freigabe




1. Möglichkeiten und Grenzen eines Testaments

Ein Testament regelt rechtlich, was nach Ihrem Tod mit Ihrem Nachlass geschieht.

Es kann:

  • Festlegen, wer Immobilien, Geld und Besitz erhält

  • Testamentsvollstrecker für die Abwicklung ernennen

  • Vormünder für minderjährige Kinder bestimmen

  • Wünsche für Ihre Beerdigung festhalten

Es kann nicht:

  • Sämtliche Steuern oder Pflegekosten umgehen

  • Automatische Übergänge von Gemeinschaftseigentum ändern

  • Regelungen von Renten oder Lebensversicherungen überschreiben

  • Pflichtteilsansprüche von nahen Angehörigen komplett ausschließen

Achtung:
Bei Auslandsvermögen oder komplexen Familien sind oft Sonderregeln oder separate Testamente nötig.




2. Schritt 1–3: Vorbereitung und Planung

Schritt 1: Vermögen und Schulden auflisten

Schreiben Sie auf:

  • Immobilien und deren Schätzwerte (auch im Ausland)

  • Sparnisse und Geldanlagen

  • Renten und Lebensversicherungen samt Begünstigten

  • Bestehende Schulden wie Kredite oder Hypotheken

Tipp:
Denken Sie auch an digitale Konten, Kryptowährungen und Firmenanteile.

Schritt 2: Begünstigte festlegen

Überlegen Sie:

  • Wer soll bedacht werden (Familie, Freunde, Vereine)?

  • Sollen feste Summen oder prozentuale Anteile verteilt werden?

  • Wer erbt, falls ein Begünstigter vor Ihnen stirbt?

  • Wer erhält persönliche Gegenstände wie Haustiere oder Schmuck?

Achtung:
Stiefkinder oder unverheiratete Partner erben ohne Testament nicht automatisch.




Schritt 3: Vollstrecker und Vormünder wählen

Wählen Sie vertrauenswürdige Personen für die Abwicklung und eventuelle Vormundschaften aus.

Tipp:
Bestimmen Sie auch Ersatzpersonen für den Ernstfall.

3. Schritt 4–5: Testament aufsetzen und signieren

Schritt 4: Das Testament verfassen

Ihre Optionen:

  • Nutzen Sie einen Anwalt bei komplexen Vermögens- oder Familienverhältnissen

  • Nutzen Sie Online-Dienste für einfache Standardfälle

Das Dokument muss klar:

  • Ihre Identität bestätigen

  • Alte Testamente widerrufen

  • Vollstrecker und ggf. Vormünder benennen

  • Erben und die Verteilung des Restnachlasses regeln

Häufige Fehler:

  • Genaue Einzelgeschenke ohne Regelung für den verbleibenden Rest des Vermögens

  • Unklare eigene Formulierungen, die rechtlich widersprüchlich sind

  • Fehlende Regelung für den Fall, dass ein Haupterbe vor Ihnen verstirbt




Step 5: Sign and witness the will

Damit das Testament in England und Wales gilt, müssen Sie:

  • Es vor zwei unabhängigen, volljährigen Zeugen unterschreiben

  • Beide Zeugen in Ihrer Gegenwart unterschreiben lassen

Zeugen (und deren Partner) dürfen nicht im Testament als Erben begünstigt sein.

Achtung:
Die Regeln sind streng. Falsche Zeugen machen das Testament ungültig.




4. Schritt 6: Lagerung und Aktualisierung

Aufbewahrung

  • Lagern Sie das Original sicher (Anwalt, Bank, Tresor)

  • Informieren Sie Ihre Vollstrecker über den Aufbewahrungsort

Prüfung

Prüfen Sie Ihr Testament bei:

  • Heirat oder Scheidung (Heirat macht alte Testamente oft ungültig)

  • Kauf oder Verkauf größerer Vermögenswerte

  • Familienänderungen wie Geburten oder Todesfällen

  • Änderungen des Steuerrechts

Kleine Anpassungen gehen per Zusatz (Codicil), große erfordern ein neues Testament.

Achtung:
Bei Verlust ist die Abwicklung mit Kopien im Nachlassverfahren extrem schwer.




5. Prüfpunkte vor der finalen Freigabe

Vor der Unterschrift:

  • Rechtliche Prüfung: Lassen Sie Entwürfe für komplexere Nachlässe anwaltlich prüfen.

  • Klarheitsprüfung: Lesen Sie es laut vor, um Unklarheiten auszuschließen.

  • Konfliktprüfung: Gleichen Sie es mit Renten und Lebensversicherungen ab.

  • Pflichtteilsprüfung: Denken Sie an Personen, die Pflichtteile einfordern könnten.

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