Vorsorgevollmachten mit fortdauernder Wirkung (Enduring Powers of Attorney, EPAs) sind ein älteres Instrument zur Verwaltung von Vermögens- und Finanzangelegenheiten. Zwar können Sie heute keine neue EPA mehr errichten – seit dem 1. Oktober 2007 können nur noch Lasting Powers of Attorney (LPAs) erstellt werden –, doch viele Familien verlassen sich weiterhin auf vor diesem Datum unterzeichnete EPAs. Wenn Sie oder eine nahestehende Person eine EPA haben, bleibt sie wirksam, aber es gibt wichtige Regeln und Schutzmechanismen zu beachten, insbesondere wenn die geistige Entscheidungsfähigkeit nachlässt.
Wann und wie eine EPA registriert wird
Der entscheidende Unterschied zwischen einer EPA und einer LPA liegt im Zeitpunkt der Registrierung. Eine EPA muss erst registriert werden, wenn der Vollmachtgeber (die Person, die die EPA errichtet hat) dabei ist oder bereits nicht mehr in der Lage ist, seine Angelegenheiten geistig zu regeln. Genau dann können familiäre Spannungen und Streitigkeiten aufkommen, weil Entscheidungen über Geld und Vermögen sensibler werden.
Wenn Sie als Bevollmächtigter unter einer EPA handeln und glauben, dass der Vollmachtgeber seine Entscheidungsfähigkeit verliert, müssen Sie die Registrierung der EPA beim Office of the Public Guardian (OPG) beantragen. Das ist nicht freiwillig – sobald die Fähigkeit zweifelhaft ist, ist die Registrierung gesetzlich vorgeschrieben.
Der Registrierungsprozess
Auslöser: Der Bevollmächtigte muss handeln, sobald er glaubt, dass der Vollmachtgeber seine Angelegenheiten nicht mehr oder nicht mehr vollständig regeln kann.
Benachrichtigungen: Das OPG informiert den Vollmachtgeber und bestimmte Angehörige. Diese Angehörigen haben das Recht, der Registrierung zu widersprechen, jedoch nur aus bestimmten Gründen wie Betrug, unzulässigem Druck oder der Ungeeignetheit des Bevollmächtigten.
Vor der Registrierung: Bevollmächtigte sollten größere Entscheidungen vermeiden, sobald die Entscheidungsfähigkeit in Frage steht, außer wenn dies notwendig ist, um einen Verlust zu verhindern (zum Beispiel dringende Rechnungen zu bezahlen oder eine Lastschrift zu stoppen).
Streitigkeiten und Schutzmechanismen
Familienkonflikte entstehen häufig genau im Moment der Registrierung. So können Sie den Vollmachtgeber schützen und Konflikte bewältigen:

Konten und Aufzeichnungen: Bevollmächtigte sollten klare Unterlagen führen – Kontoauszüge, Quittungen und Angaben zu allen Transaktionen. Wenn Ausgaben ungewöhnlich erscheinen, können Angehörige eine unabhängige Prüfung verlangen.
OPG-Maßnahmen: Wenn Sie Missbrauch oder schlechte Entscheidungen vermuten, melden Sie Ihre Bedenken dem OPG. Dort kann man Ermittlungen einleiten, Rückzahlungen verlangen oder bei Bedarf einen Antrag beim Court of Protection stellen.
Court of Protection: In schweren Fällen kann das Gericht Anweisungen erteilen, Transaktionen aussetzen (etwa einen Hausverkauf) oder sogar den Bevollmächtigten entlassen und einen Betreuer bestellen, der die Angelegenheiten transparent verwaltet.
Praxisbeispiel
Herr A unterzeichnete 2006 eine EPA und benannte seine Partnerin als Bevollmächtigte. Im Jahr 2025 verschlechtert sich seine geistige Entscheidungsfähigkeit, und seine Partnerin möchte das Familienhaus schnell verkaufen. Die Kinder von Herrn A widersprechen im Registrierungsverfahren und berufen sich auf einen Interessenkonflikt sowie fehlende Abstimmung. Das Gericht greift ein und ordnet einen vorläufigen Stopp des Verkaufs an, bis unabhängige Bewertungen vorliegen und monatliche Abrechnungen bereitgestellt werden. Schließlich wird ein Panel Deputy bestellt, um den Verkauf zu überwachen und sicherzustellen, dass alles transparent und fair abläuft.
Kernaussage
Bei EPAs ist die Registrierung der entscheidende Kontrollpunkt. Wenn Sie Bedenken haben, wie eine EPA genutzt wird, nutzen Sie das Widerspruchsverfahren, beantragen Sie OPG-Untersuchungen und ersuchen Sie das Court of Protection um Anweisungen, um Streitigkeiten zu regeln und die Interessen des Vollmachtgebers zu schützen. Klare Aufzeichnungen und offene Kommunikation können Missverständnisse verhindern und sicherstellen, dass die Rechte aller respektiert werden.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient nur allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Rechts-, Finanz- oder Steuerberatung dar. Jeder Nachlass ist anders, und die Ergebnisse hängen von Ihren konkreten Umständen ab. Nehmen Sie sich Zeit, die Regeln kennenzulernen, und halten Sie Ihre Unterlagen auf dem neuesten Stand.
Wenn Sie mehr Details benötigen, kann unser General power of attorney (GPA): limiting risk and oversight in family disputes hilfreich sein.
Vielleicht finden Sie auch Lasting power of attorney (LPA): disputes, safeguards and removing an attorney nützlich.
Zu verwandten Fragen siehe What type of lawyer do i need for property disputes: who to instruct and when.
