Ohne gültiges Testament zu sterben – also „intestate“ zu sterben – bedeutet, dass Ihr Nachlass nach den Regeln der gesetzlichen Erbfolge verteilt wird. Diese Regeln sind strikt, gesetzlich festgelegt und spiegeln oft weder die Realität moderner Familien noch Ihre persönlichen Wünsche wider. Viele Menschen sind überrascht, wie wenig Kontrolle sie (oder ihre Angehörigen) in dieser Situation haben.

Wer erbt nach der gesetzlichen Erbfolge?

Wie Ihr Nachlass aufgeteilt wird, hängt vollständig von Ihrer familiären Situation zum Zeitpunkt Ihres Todes ab. So funktioniert das Gesetz in der Praxis:

Verheiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft mit Kindern

Ihr Ehepartner oder Lebenspartner erhält:

  • All Ihre persönlichen Gegenstände (unabhängig vom Wert)

  • Die ersten 322.000 £ Ihres Nachlasses (Stand 2024)

  • Die Hälfte des verbleibenden Restes

Die andere Hälfte des Restes wird zu gleichen Teilen unter Ihren Kindern aufgeteilt. Ist ein Kind vor Ihnen verstorben, geht dessen Anteil auf dessen eigene Kinder über (Ihre Enkelkinder). Kinder erhalten ihr Erbe erst mit 18, was problematisch sein kann, wenn Sie der Meinung sind, dass sie in diesem Alter noch nicht bereit für eine größere Geldsumme sind.

Verheiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ohne Kinder

Ihr Ehepartner oder Lebenspartner erbt alles. Dazu gehören Ihr gesamter Nachlass und alle persönlichen Gegenstände, selbst wenn noch Eltern oder Geschwister leben.

Unverheiratet mit Kindern

Wenn Sie nicht verheiratet sind oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, erben Ihre Kinder alles, zu gleichen Teilen. Auch hier müssen sie bis zum 18. Lebensjahr warten, um auf ihr Erbe zugreifen zu können.

Kein Ehepartner und keine Kinder

Das Gesetz legt eine strikte Reihenfolge fest, wer erbt:

  1. Eltern

  2. Geschwister (oder deren Kinder, falls sie verstorben sind)

  3. Halbgeschwister

  4. Großeltern

  5. Onkel und Tanten (oder deren Kinder)

  6. Halb-Onkel und Halb-Tanten

Wenn Sie keine lebenden Verwandten in diesen Kategorien haben, fällt Ihr Nachlass an die Krone (bekannt als „bona vacantia“).

Häufige Unklarheiten und Streitpunkte

Unverheiratete Partner und Stiefkinder

Einer der umstrittensten Punkte ist, dass unverheiratete Partner – ganz gleich, wie lange Sie zusammengelebt haben – kein automatisches Erbrecht haben. Auch Stiefkinder sind ausgeschlossen, selbst wenn Sie sie wie eigene Kinder großgezogen haben. Das kann Angehörige in eine sehr verletzliche Lage bringen, insbesondere wenn das Familienhaus allein auf Ihren Namen läuft.

Erklärungskarte für What Happens Without a Will: UK Intestacy Rules Explained: Document, Deadline, Dispute.

Getrennt, aber nicht geschieden

Wenn Sie getrennt leben, aber rechtlich nicht geschieden sind, erbt Ihr Ehepartner oder Lebenspartner dennoch nach den Regeln der gesetzlichen Erbfolge. Das kann zutiefst unfair sein, wenn Sie mit jemand anderem ein neues Leben aufgebaut haben oder wenn Sie entfremdet sind.

Erbe der Kinder mit 18

Viele Eltern sorgen sich darüber, dass Kinder mit 18 große Geldbeträge erben. Das Gesetz erlaubt es Ihnen nicht, dies zu verzögern, es sei denn, Sie verfassen ein Testament, das ein anderes Alter oder Bedingungen festlegt.

Gemeinsam gehaltene Immobilien

Wie eine Immobilie gehalten wird, ist entscheidend. Wenn Sie Ihr Haus als „joint tenants“ besitzen, geht es automatisch auf den überlebenden Eigentümer über und fällt nicht unter die Regeln der gesetzlichen Erbfolge. Wenn Sie als „tenants in common“ besitzen, wird Ihr Anteil Teil Ihres Nachlasses und nach der gesetzlichen Erbfolge verteilt.

Unternehmensvermögen

Wenn Sie ein Unternehmen besitzen, kann die gesetzliche Erbfolge echte Probleme verursachen. Ihr Unternehmensanteil wird nach den Regeln aufgeteilt, was zu einem Verkauf oder einer Liquidation führen kann, wenn sich die Begünstigten nicht einigen können oder unter 18 sind.

Auswirkungen in der Praxis

Die Regeln der gesetzlichen Erbfolge können zu belastenden Ergebnissen führen:

  • Ihr Partner muss möglicherweise das Familienhaus verlassen oder verkaufen, wenn er es nicht erbt.

  • Familienstreitigkeiten über Erinnerungsstücke sind häufig, da das Gesetz persönliche Wünsche nicht berücksichtigt.

  • Kinder können große Summen erhalten, bevor sie reif genug sind, damit umzugehen.

  • Stiefkinder und enge Freunde erhalten nichts, unabhängig von Ihrer Beziehung.

  • Wenn keine berechtigten Verwandten gefunden werden, geht Ihr Nachlass an den Staat.

Die Fallstricke vermeiden: Warum ein Testament wichtig ist

Ein Testament zu machen ist der einzige Weg, sicherzustellen, dass Ihre Wünsche befolgt werden. Sie können:

  • Wählen, wer erbt und in welchen Anteilen

  • Für unverheiratete Partner, Stiefkinder oder Freunde vorsorgen

  • Vormünder für Ihre Kinder benennen

  • Bedingungen dafür festlegen, wann und wie Kinder erben

  • Bestimmte Zuwendungen von Erinnerungsstücken machen

  • Ihr Unternehmen schützen und Kontinuität sichern

Abschließende Gedanken

Die Regeln der gesetzlichen Erbfolge sind streng und oft nicht mehr zeitgemäß. Wenn Sie Ihre Angehörigen schützen und unnötigen Stress oder Streit vermeiden möchten, ist ein Testament unerlässlich. Es geht nicht nur um Geld – es geht um Seelenfrieden und darum, sicherzustellen, dass Ihre Wünsche respektiert werden.

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Hinweis: Dieser Blogbeitrag bietet nur allgemeine Informationen zu Bildungszwecken. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Ergebnisse können je nach Ihren persönlichen Umständen variieren.

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