Steuerberater sind für Solo-Selbstständige und Freiberufler unverzichtbar.
Sie regeln alles von der Steuererklärung bis zur Beratung.
Fehler haben oft schwere Folgen:
unvorhergesehene Strafen, Liquiditätsengpässe oder Betriebsprüfungen.
Wer gut verdient, erwartet eine zuverlässige und professionelle Arbeitsweise.
Erfahren Sie hier, wie Sie Fahrlässigkeit erkennen, Beweise sichern und Ihr Recht einfordern.


2. Was ist Fahrlässigkeit bei Steuerberatern?

Fahrlässigkeit bedeutet, dass Standards eines kompetenten Profis nicht erfüllt wurden.
Es geht nicht nur um einfache Fehler.
Fahrlässigkeit meint Fehler, die ein umsichtiger Berater vermieden hätte.
Wird etwa Ihre Steuererklärung zu spät eingereicht und ein Bußgeld fällig, ist das Pflichtverletzung.
Der Berater hat gegen seine Pflicht zu Sorgfalt und Fachkenntnis verstoßen.

Nicht jeder Fehler ist fahrlässig.
Steuergesetze ändern sich schnell.
IGNORIERT Ihr Berater jedoch Fristen, gibt falsche Ratschläge oder prüft Zahlen nicht,
haben Sie Grund zur Beschwerde oder für rechtliche Schritte.


3. Häufige Fehler von Steuerberatern

Versäumte Fristen
Steuerberater müssen Steuererklärungen, Umsatzsteuer- und Lohnmeldungen pünktlich einreichen.
Bei Verspätung drohen Ihnen Bußgelder oder Zinsen.
Vergisst Ihr Berater etwa die Frist zur Einkommensteuererklärung,
setzt das Finanzamt sofort Verspätungszuschläge fest.

Falsche Beratung
Berater müssen verständlich zu Ausgaben, Rechtsformen und Abzügen informieren.
Rät man Ihnen fälschlich zu unzulässigen Abzügen (wie privaten Reisekosten),
drohen eine Betriebsprüfung und hohe Steuernachzahlungen.

Fehler bei der Umsatzsteuer
Die Umsatzsteuer ist komplex.
Häufige Fehler sind falsche Einstufungen von Waren,
eine verspätete Registrierung bei Überschreiten von Freibeträgen
oder fehlerhafte Voranmeldungen.
Das kann zu rückwirkenden Forderungen und Strafen führen.

Fehler bei Scheinselbstständigkeit
Für Auftragnehmer ist der Erwerbsstatus entscheidend.
Beurteilt Ihr Berater diesen falsch,
fordert die Rentenversicherung Beiträge und Zinsen nach.


4. Fehler des Steuerberaters frühzeitig erkennen

Je früher Sie einen Fehler bemerken, desto leichter lässt er sich beheben.
Warnsignale sind unklare Bescheide, hohe Steuernachforderungen
oder vage Antworten auf konkrete Fragen.
Weicht Ihr Berater Ihnen aus, sollten Sie genauer hinsehen.

Prüfen Sie Ihre Unterlagen regelmäßig.
Ignorieren Sie unerwartete Post vom Finanzamt nicht.
Verlangen Sie Kopien aller Übermittlungen
und gleichen Sie diese mit Ihren eigenen Daten ab.


5. Beweise sichern

Vermuten Sie einen Fehler, sammeln Sie sofort Belege.
Sichern Sie E-Mails, Verträge, Steuerbescheide und Schreiben vom Finanzamt.
Notieren Sie den Verlauf von Gesprächen und Telefonaten:
Datum, Inhalt und Absprachen.

Hat Ihr Berater Ihnen per E-Mail zu einem Abzug geraten?
Speichern Sie diese Nachricht unbedingt ab.
Bei Strafen müssen Sie belegen, was Ihnen wann geraten wurde.
Gut sortierte Unterlagen stärken Ihre Position enorm.


Explainer card for Accountant negligence: Incompetent accountant what to do: Scope, Payment, Liability.

6. Erste Schritte: Das direkte Gespräch suchen

Suchen Sie zuerst das Gespräch mit dem Steuerberater,
bevor Sie offizielle Beschwerden einreichen.
Senden Sie eine schriftliche Rüge und fordern Sie Aufklärung.
Sagen Sie klar, was falsch lief und was Sie erwarten:
eine Korrektur, eine Entschuldigung oder Schadenersatz für Bußgelder.

Manche Berater gestehen Fehler ein und übernehmen Bußgelder.
Andere weisen die Schuld von sich oder beschuldigen Sie.
Bleibt die Antwort unbefriedigend, sichern Sie die Korrespondenz.
Sie dient als Beweis für die nächsten Schritte.


7. Der nächste Schritt: Kammerbeschwerde und Klage

Scheitert die Einigung und ist der Schaden hoch, müssen Sie handeln.
Steuerberater gehören einer Steuerberaterkammer an.
Diese überwacht die Berufspflichten und prüft Beschwerden.
Dort können Sie Fehlverhalten offiziell melden.

Hat Sie der Fehler viel Geld oder Ihren Ruf gekostet,
ist der Klageweg oft ratsam.
Dazu müssen Sie die Pflichtverletzung des Beraters,
den entstandenen Schaden und den direkten Zusammenhang beweisen.

Beispiel: Falsche Beratung führt zu 10.000 € Steuernachforderung.
Sie beschweren sich bei der Kammer und fordern Schadenersatz.



8. Schadenhöhe ermitteln

Berechnen Sie genau, welcher Schaden Ihnen entstanden ist.
Erfassen Sie direkte Kosten wie Bußgelder, Zinsen und entgangene Steuervorteile.
Berücksichtigen Sie auch indirekte Schäden wie Reputationsverlust.

Beispiel: Meldet Ihr Berater Umsatzsteuern nicht an,
können Sie Vorsteuerbeträge monatelang nicht abziehen.
Das gefährdet Ihre Liquidität.
Erstellen Sie eine Aufstellung aller Kosten als Beleg für Ihre Forderung.


9. Schadensersatz und Rechtsschutz

Können Sie Fahrlässigkeit belegen, staat Ihnen Schadenersatz zu.
Dies umfasst die Erstattung von Bußgeldern und erlittenen Verlusten.
Kleinere Schäden können Sie oft ohne großen Aufwand einfordern.
Bei hohen Summen sollten Sie einen Anwalt hinzuziehen.

Beispiel: Ein Freiberufler erstreitet Schadenersatz,
nachdem eine Falschberatung zu hohen Steuernachforderungen führte.


10. Künftige Probleme vermeiden

Vorbeugen ist besser als Heilen.
Prüfen Sie Berater vor der Beauftragung:
Achten Sie auf Qualifikationen, Bewertungen und Referenzen.
Klären Sie Erwartungen von Beginn an und kommunizieren Sie regelmäßig.

Nutzen Sie monatliche Abstimmungen und schriftliche Beratungsprotokolle,
um stets einen Nachweis zu haben.

Sollten Sie den Berater wechseln, fordern Sie alle Akten an,
um einen reibungslosen Übergang zu sichern.


11. Fazit

Fehler von Steuerberatern sind teuer, aber Sie sind nicht machtlos.
Durch schnelles Handeln, Beweissicherung und Kenntnis Ihrer Rechte
schützen Sie Ihre Finanzen und nehmen den Berater in die Pflicht.
Zögern Sie bei Problemen nicht, nötige Schritte einzuleiten.

Weitere Infos finden Sie in unserem Leitfaden zu Scope Creep, AML und verspäteten Akten.

Haftungsausschluss:
Dieser Text dient nur der Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Wenden Sie sich für Einzelfragen an einen qualifizierten Profi.

Mehr Details bietet unser Ratgeber Datenpanne beim Steuerberater: Was tun?

Vielleicht hilft Ihnen auch Autismus im Beruf: Passende Anpassungen finden weiter.

Zu ähnlichen Themen siehe Rechte von Solo-Selbstständigen & Auftragnehmern.

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